Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2014

10:16 Uhr

Russland-Investments

Pokern mit Putin

VonMatthias von Arnim

Die Börsen quittieren die Krim-Krise mit Kursverlusten. Anleger, die über den Tag hinausschauen, fragen sich: Welche Investments können sich mittel- und langfristig lohnen – und von welchen sollte man die Finger lassen?

Der russische Aktienmarkt stand zuletzt stark unter Druck. Lohnt der Einstieg?

Der russische Aktienmarkt stand zuletzt stark unter Druck. Lohnt der Einstieg?

DüsseldorfEin G8-Gipfel ohne Russland? Kontensperrungen für enge Vertraute des russischen Präsidenten? Egal. Wer genügend Asse im Ärmel hat, kann entspannt pokern. Das führt Russlands Präsident Wladimir Putin gerade der Weltöffentlichkeit vor: Auf die Annexion der Krim findet der Westen keine adäquate Antwort, weil eine militärische Reaktion außerhalb jeder Diskussion ist, politische Statements dem Herrscher in Kreml gleichgültig sind und wirtschaftliche Sanktionen vor allem auf diejenigen zurückfallen könnten, die sie beschließen.

„Russland und die europäischen Staaten sind in einer Schicksalsgemeinschaft miteinander verbunden“, sagt Markus Steinbeis, Leiter Fondsmanagement beim Vermögensverwalter Huber, Reuss & Kollegen. „Umfangreiche wirtschaftliche Sanktionen des Westens würden Russland langfristig sehr schaden können. Aber bei einem Wirtschaftskrieg gäbe es keinen Gewinner. Deshalb wird es ihn vermutlich auch nicht geben“, so Steinbeis.

Zwar wäre Russlands Wirtschaft verwundbar: Mehr als 80 Prozent des russischen Exports basiert auf der Ausfuhr von Rohstoffen, vor allem Gas. Ohne dieses Geschäft würde die Handelsbilanz Russlands ein dickes Minus ausweisen. Nicht nur umfangreiche Sanktionen gegen russische Banken würden die die Wirtschaft hart treffen.

Der Kapitalmarkt insgesamt ist bereits in Bewegung: „Viele Unternehmen ziehen schon seit Wochen Kapital aus Russland ab. Nicht zuletzt deshalb hat der Rubel an Wert verloren. Und deshalb sanken die Aktienkurse russischer Unternehmen an den Börsen. Aber die Kapitalflucht hat auch mittelfristig Auswirkungen auf Investitionen, den Konsum und die Kreditvergabe“, so Steinbeis.

Für die russische Wirtschaft kommt Putins Krim-Abenteuer darüber hinaus zu einem unpassenden Zeitpunkt: Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts stagniert aktuell bei 1,3 Prozent, die Industrieproduktion ist sogar rückläufig. In einem Szenario gegenseitiger Wirtschaftsblockaden droht dem Land eine Rezession.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.03.2014, 10:28 Uhr

die $ 1 Billonen aus den Ankeihe Aufkäufen fehlt nun einmal. Die BRICT Staaten bekommen das zuerst zu spüren, wie man an dser Türkei gesehen hat und was sich gerade auch in CN abzeichnet. Wie eben auch RUS sein Fett abbekommt.

Alles andere ist nur Show

Account gelöscht!

27.03.2014, 10:42 Uhr

Spannender wären doch aber die Investitionen in die Swoboda Unternehmen, wovon man hier in D aber nun garnichts zu lesen bekommt.
Aber is scho recht eigenartig, wenn Steinmeier den Affen geben soll für Ukraine Investments der Xtraklasse

Account gelöscht!

27.03.2014, 10:44 Uhr

Putin hat mir 30$ geschenkt- soviel stieg meine Unze Palladium im Wert. Jetzt würde ich Stillwater oder North American Palladium empfehlen- die angespannte Lage wird längere Zeit für hohe Preise sorgen, bei Ausfällen aus Russland wird sich der Markt für nicht-russische Produzenten schlagartig vergrößern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×