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03.11.2013

09:51 Uhr

Seitwärtstrend

Gezielt auf den Weltmarktführer L‘Oréal setzen

L‘Oréal ist Weltmarktführer im Luxuskosmetik-Segment. Hier sind die Wachstumsaussichten vielversprechend. Trotzdem bewegt sich die Aktie seit einem halben Jahr nur seitwärts. Wie Anleger trotzdem profitieren können.

Der Weltmarktführer im Luxuskosmetik-Segment blick in eine rosige Zukunft. Mit Capped-Bonus-Zertifikaten fahren Anleger momentan die besten Gewinne ein. Reuters

Der Weltmarktführer im Luxuskosmetik-Segment blick in eine rosige Zukunft. Mit Capped-Bonus-Zertifikaten fahren Anleger momentan die besten Gewinne ein.

Einerseits will der Kosmetikkonzern seine Kundenbasis mit einer Milliarde Neukunden bis zum Jahr 2020 weiter ausbauen, andererseits werden Kunden zunehmend anspruchsvoller. Das betrifft nicht nur die Qualität der Produkte, auch die Ansprüche hinsichtlich einer nachhaltigen Ausrichtung des Konzerns steigen.

Bereits 2011 zeigte sich, wo das Unternehmen zukünftig die Hauptumsätze erzielen wird. Der Großteil der Umsätze kam nicht mehr aus Westeuropa sondern aus den aufstrebenden Märkten u.a. in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Die Geschäfte mit unterschiedlichen Marken im Konzern wie Garnier, Vichy und The Body Shop machen sich bezahlt. Aktuell verhandeln die Franzosen über den Kauf von zwei Marken des japanischen Konkurrenten Shiseido.

Im vergangenen Jahr lag der operative Gewinn des Unternehmens bei 3,7 Mrd. Euro. Gegenüber 2011 bedeutete das einen Zuwachs um 400 Mio. Euro. Der positive Trend setzte sich auch im ersten Halbjahr 2013 fort. Jean-Paul Agon, Vorstandschef von L‘Oréal, sieht für das Gesamtjahr 2013 weiter Steigerungen bei Umsatz und Gewinn sowie eine bessere Entwicklung als der Durchschnitt der Branche. Das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2013 lag bei 2 Mrd. Euro.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

Nestlé hält gegenwärtig etwa 30 Prozent der Aktien des Unternehmens, weitere 30 Prozent liegen in den Händen der Familie Bettencourt. Nestlé ist für einen Verkauf offen und müsste seine Anteile zunächst Bettencourt anbieten. Kaufempfehlung Die US-amerikanische Bank Goldman Sachs hat die Kaufempfehlung für den Kosmetikkonzern nochmals bekräftigt, indem das Unternehmen in die Conviction Buy List aufgenommen wurde.

Die Analystin Rosie Edwards sieht bei L‘Oréal eine Kombination verschiedener positiver Faktoren. Dazu zählen für sie die starke Wachstumsorientierung des Unternehmens und die dominante Marktposition, die dazu führen, dass L‘Oréal besser aufgestellt ist als die Konkurrenz.

Edwards hat als Kursziel für die Aktie 166,30 Euro errechnet. Ein Bonus-Zertifikat der Schweizer UBS auf L‘Oréal (WKN: UA7GGK) ist mit einer Laufzeit bis 19. Dezember 2014 ausgestattet. Wenn die Aktie während der Laufzeit nie die Barriere von 90 Euro berührt, erhalten Investoren den Bonusbetrag, der bei 175 Euro und damit über dem Kursziel von Goldman Sachs liegt. In den vergangenen anderthalb Jahren notierte das Wertpapier stets oberhalb dieser Barriere. An möglichen Kursgewinnen über 175 Euro hinaus partizipieren die Zertifikate-Anleger allerdings nicht mehr. Der für die Verletzung der Barriere ausschlaggebende Handelsplatz der Aktie ist die Pariser Börse. Sollte die Barriere berührt oder unterschritten werden, erhalten die Zertifikate-Investoren den Gegenwert der L´Oréal-Aktie am 19. Dezember 2014, maximal jedoch 175 Euro.

Der Nachteil des Produktes: Es hat ein Aufgeld von mehr als 20 Prozent. Sollte die Schwelle gerissen werden, verlieren die Anleger diese zwanzig Prozent zusätzlich zu den Kursrückgängen.

Bonuzertifikate mit geringerem Aufgeld und damit entsprechend mit weniger Risiko bieten im Gegenzug natürlich eine geringere Bonusrendite. Die liegt beispielsweise bei einem Zertifikat der Commerzbank (WKN: CZ9NDB) bei rund zehn Prozent. Voraussetzung dafür ist, dass die Schwelle bei 100 Euro während der gesamten Laufzeit bis Ende 2014 niemals berührt oder gerissen wird. Das Zertifikat ist kaum teurer als die Aktie selbst, so dass bei einem Bruch der Schwelle die Anleger nicht schlechter gestellt sind. Verzichten müssen Käufer von Bonuszertifikaten allerdings auf die Dividende. Die behalten die Emittenten ein, um diese Bonusstruktur zu finanzieren.

Von

BaS

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