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08.05.2012

13:13 Uhr

Studie

Was Daytrader wissen sollten

VonGertrud Hussla

Die Idee, mit dem täglichen Handel von Hebelprodukten reich zu werden, geht nicht auf. Wissenschaftliche Studien ergaben, dass nur wenige Trader eine Rendite von circa fünf Prozent verdienen.

Wertpapierhändler am Parketthandel der Deutschen Boerse in Frankfurt. dapd

Wertpapierhändler am Parketthandel der Deutschen Boerse in Frankfurt.

DüsseldorfDie Hoffnung, mit dem täglichen Handel von Wertpapieren oder Hebelprodukten reich zu werden, sollten Anleger lieber gleich begraben. Nur ein paar wenige Genies schaffen es, über längere Zeit Geld zu verdienen, ergeben wissenschaftliche Studien aus den USA. Die besten Trader verdienen danach eine Rendite von etwa fünf Prozent im Jahr.

Besonders Brad Barber von der University of California und Experten der University of Chicago haben sich mit den Erfolgschancen beschäftigt und lange Untersuchungsreihen ausgewertet. Daten aus Taiwan, wo Daytrading eine Art Volkssport ist, ergaben, dass die 500 besten von 130?000 Tradern es schafften, im Schnitt 0,2 Prozent Rendite pro Tag zu erzielen, ermittelte Barber. Doch fast 85 Prozent der Trader verloren binnen sechs Monaten Geld.

In speziellen Seminaren vermitteln Trainer gerne den Eindruck, dass sich Daytraden lernen lassen. Doch Amit Seru von der University of Chicago sagt: "Der Lerneffekt durch häufiges Handeln wurde bisher stark überschätzt". Rechne man die vielen Daytrader heraus, die irgendwann das Handtuch schmeißen, weil ihnen Talent fehlt, sei der Effekt eher gering.

„Bei jedem Handel steht dem Gewinner ein Verlierer gegenüber“, betont Serus Kollege Juhani Linnainmaa aus Chicago. Schon deshalb sei die statistische Wahrscheinlichkeit, dauerhaft Profit zu machen, sehr gering, sagte er dem Handelsblatt. Auch seien die Gewinnchancen durch den immer schneller gewordenen Computerhandel für einen Privatanleger noch schmäler geworden.

Die besten Trader gehen laut Experte Linnainma so systematisch vor wie die Profis: „Sie haben eine langweilige Strategie“, sagt er. Sie kauften und verkauften zu angemessenen Preisen und würden ihre Positionen auch entsprechend schließen. „Wenn beispielsweise der Nachfragepreis für eine Aktie bei zehn Dollar liegt, und der Angebotspreis bei elf, dann wird dieser Trader seinen Kauflimit auf 10,05 Dollar legen. Kommt er zum Zug, legt er die untere Preisgrenze für den Verkauf auf 10,95 Dollar.“ Solch „passive“ Strategien gehen oft auf. Händler, die besondere Informationen als Grundlage nutzen, schneiden dagegen deutlich schlechter ab.


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