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20.08.2014

12:55 Uhr

Stuttgart 21 ist nicht überall

Hohe Renditen mit Brücken und Tunneln

VonJürgen Röder

Stuttgart 21 oder Berliner Flughafen: In Deutschland werden große Infrastrukturprojekte eher zum Desaster. Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille: Mit Infrastrukturanlagen können Investoren viel Geld verdienen.

Mit Investitionen in Unternehmen, die zum Beispiel von  Mautstrecken oder kostenpflichtigen Brücken profitieren oder Renditen mit Flughäfen, Schiffshäfen oder Energieversorgung erzielen, können Anleger ansprechende Erträge verbuchen.

Mit Investitionen in Unternehmen, die zum Beispiel von Mautstrecken oder kostenpflichtigen Brücken profitieren oder Renditen mit Flughäfen, Schiffshäfen oder Energieversorgung erzielen, können Anleger ansprechende Erträge verbuchen.

DüsseldorfDie Liste von gigantischen Infrastrukturprojekten die weltweit entstehen sollen ist lang: China plant eine neue Seidenstraße mit einer neuen Bahnverbindung nach Europa. Dänemark will sich durch die Ostsee buddeln, um per Tunnel eine bessere Verbindung nach Deutschland zu erreichen. Autos und Züge sollen im Jahr 2021 den längsten Tunnel dieser Art passieren. Was nicht überrascht: In Deutschland gibt es dagegen Widerstände. Eine Brücke sollte sogar einmal Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden. Das Projekt wurde nach dem Rückzug des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi allerdings gestoppt.

Solche ehrgeizigen Renommierprojekte, bei denen man nicht weiß, ob sie jemals entstehen, sind aber nur eine Seite von Infrastrukturplanungen. Der Neubau des Berliner Hauptstadtflughafens ist das beste Beispiel. Diese Projekte scheitern, weil es in manchen Staaten Widerstände seitens der Bevölkerung gibt oder der politische Wille fehlt, das Vorhaben umzusetzen. Doch gibt auch eine andere Seite: Anleger können mit Investitionen in Infrastruktur gutes Geld verdienen.

Etwa mit Investitionen in Unternehmen, die zum Beispiel von Mautstrecken oder kostenpflichtigen Brücken profitieren oder Renditen mit Flughäfen, Schiffshäfen oder Energieversorgung erzielen. Oder mit Unternehmen, denen stetige Einnahmen zufließen wie der privatisierten Bahngesellschaft East Japan Railway, dem internationalen Gasnetzbetreiber National Grid (Großbritannien) oder der US-Firma Enterprise Products Partners, die riesige Netze mit Ölpipelines entwickelt. Diese Unternehmen haben oftmals eine hohe Marktmacht bis hin zu monopolartiger Stellung - dementsprechend sind die Gewinne stabil.

Institutionelle Anleger haben im vergangenen Jahr 38 Millionen Euro in private Infrastrukturfonds investiert – die höchste Anlagesumme seit 2008. „Infrastrukturanlagen haben sich während der Finanzkrise bewährt“, meint Hamisch Mackenzie, Experte für Infrastrukturinvestments bei der Deutschen-Bank-Tochter Asset und Wealth Management. „Trotz der Marktturbulenzen konnten Anleger mit den meisten Investments in Brücken, Mautstraßen, Flughäfen und Versorgungsunternehmen weiter verlässliche Erträge mit steten Cash-Renditen erwirtschaften.“

Laut First State, Anbieter eines milliardenschweren Investmentfonds dieser Art, wird das auch in Zukunft so weitergehen. „Wir erwarten ein jährliches Wachstum von Infrastrukturunternehmen von sechs bis acht Prozent in den nächsten 24 Monaten bei einem begrenzten Risiko“, heißt es in einem weltweiten Ausblick vom Juli 2014.

Kommentare (1)

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Herr Hinnerk Albert

20.08.2014, 15:31 Uhr

bei der auflistung der baudesaster vergassen sie die hamburger elbphilharmonie

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