Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2015

10:50 Uhr

Unruhe an den Börsen

So setzen Sie auf den Zitter-Dax

VonGeorgios Kokologiannis

Der Dax kämpft um die 11.000 Punkte. Mit Finanzinstrumenten können Anleger von heftigen Kursschwankungen an den Aktienmärkten profitieren und gleichzeitig ihr Depot absichern. Doch diese Produkte haben einen Fallstrick.

Dax-Chart an der Frankfurter Börse: Die Kursschwankungen beim deutschen Leitindex nehmen zu. Mit speziellen Produkten können Anleger auch davon profitieren. AFP

Dax-Chart

Dax-Chart an der Frankfurter Börse: Die Kursschwankungen beim deutschen Leitindex nehmen zu. Mit speziellen Produkten können Anleger auch davon profitieren.

FrankfurtEs ist eine Entwicklung, die nicht nur professionellen Geldverwaltern Kopfzerbrechen bereitet: Die Aktienkurse und Anleihenotierungen an den europäischen Wertpapiermärkten bewegen sich immer deutlicher im Gleichlauf. Das aber erschwert es Investoren, durch Mischen der beiden Anlagekategorien die Schwankungsstärke des Gesamtportfolios auf ein erträgliches Maß einzustellen. Wer die wachsende Unruhe an den Börsen im eigenen Depot verringern möchte, kann es um zusätzliche Bestandteile ergänzen. Dazu gehören Finanzinstrumente, die steigende Volatilitätsindizes in Rendite ummünzen.

„Es fällt auf, dass die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen in den vergangenen Wochen positiv war“, sagt Daniel Hupfer, Portfoliomanager bei der Privatbank M.M. Warburg. „Leider bedeutet das, dass sich sowohl Aktien als auch Anleihen negativ entwickelt haben“, so der Experte. Daher profitierten entsprechende Mischportfolios auch nicht von einer Diversifikation zwischen diesen Anlageklassen.

Das ist anders, als man es aus der Vergangenheit gewohnt ist. Normalerweise entwickeln sich Dividendenpapiere und Bonds unterm Strich tendenziell entgegengesetzt zueinander: Je höher der Anleiheanteil am Gesamtvermögen ist, desto stärker können im Idealfall Abwärtsphasen bei Euro Stoxx 50 und Co. abgefedert werden. Doch vor allem seit dem Start des über eine Billion Euro schweren Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank im März dieses Jahres wird die Gesetzmäßigkeit immer stärker außer Kraft gesetzt.

Das belegen Daten des Informationsdienstleisters Bloomberg: Demnach ist die Korrelation zwischen den Bewegungen im europäischen Aktienleitindex und einer speziellen Messlatte für die Anleihen der Region - dem Eurozone Sovereign Bond Index - mittlerweile auf das höchste Niveau seit September 2013 gestiegen. Sosehr sich Anleger im Frühjahr über diesen Gleichlauf freuen durften, so kräftig zerren nun die parallelen Verluste bei Zinspapieren und Aktienpositionen an den Nerven.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Eine Strategie in diesem Umfeld besteht darin, auf sogenannte Volatilitätszertifikate zu setzen, die in Zeiten hoher Kursausschläge attraktive Erträge in Aussicht stellen. Diese Derivate beziehen sich auf Indizes wie etwa den VStoxx oder den VDax, die die „implizite Volatilität“ des zugrunde liegenden Börsenbarometers abbilden. Das ist die von den Marktteilnehmern erwartete Schwankungsintensität - in der Regel für die nächsten 30 Tage. Ein hoher Stand des VStoxx weist auf einen unruhigen Euro Stoxx 50 hin - der VDax bezieht sich auf den deutschen Leitindex. Umgekehrt lassen niedrige Werte eine Entwicklung ohne hektische Kursschwankungen erwarten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×