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01.11.2011

06:33 Uhr

US-Broker

Kundengelder in Millionenhöhe bei MF Global vermisst

Nachdem der Derivate-Broker MF Global sich am Euro-Markt verzockt und sich nach Milliardenverlusten in die Insolvenz geflüchtet hat, gerät das Finanzunternehmen jetzt unter Verdacht, Geld zur Seite geschafft zu haben.

Ein Schild weist den Weg zum US-Konkurs-Gericht. dpa

Ein Schild weist den Weg zum US-Konkurs-Gericht.

New YorkKontrollbehörden sollen der "New York Times" zufolge entdeckt haben, dass Hunderte von Millionen Dollar von Kunden vermisst werden. Der Verdacht könnte den geplanten Verkauf eines zentralen Geschäftsbereichs gefährden und damit das Überleben der Firma.

Wie die US-Zeitung in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen berichtete, haben US-Aufsichtsbehörden das Fehlen der Gelder in den vergangen Tagen bemerkt.

Zunächst seien fast eine Milliarde Dollar vermisst worden. Die Summe habe sich bis zum späten Montagabend dann auf weniger als 700 Millionen Dollar verringert. Dem Bericht zufolge gehen die Insider davon aus, dass weitere Gelder während des Konkursverfahrens wieder auftauchen werden. Die amerikanischen Behörden gingen der Frage nach, ob MF Global zuletzt Kundengelder für eigene Geschäfte verwendet habe, hieß es. Die „New York Times“ machte keine genaueren Angaben zu ihren Quellen. Eine Sprecherin für MF Global war zunächst nicht zu erreichen.

MF Global : Euro-Krise stürzt US-Broker in die Pleite

MF Global

Euro-Krise stürzt US-Broker in die Pleite

Nach Milliardenverlusten flüchtet sich der Wertpapierhändler MF Global in die Insolvenz.

MF Global meldete am Montag Insolvenz an. Der Wertpapierhändler sah nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen mit dem Rivalen Interactive Brokers Group keinen anderen Ausweg mehr und beantragte bei einem Gericht in Manhattan Gläubigerschutz nach „Chapter 11“. MF Global hat sich mit Wetten auf europäische Staatsanleihen verhoben. Zudem belasteten den Futures-Broker verstärkt die anhaltend niedrigen Zinsen. MF Global ist damit das prominenteste Opfer der Euro-Schuldenkrise in den USA.

In Europa ist es bislang die belgisch-französische Großbank Dexia. In der vergangenen Woche häuften sich die Hiobsbotschaften von dem Unternehmen, dass sich zuletzt immer stärker auch im Eigenhandel engagiert hatte.

Kommentare (1)

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michiyan

01.11.2011, 07:34 Uhr

"MF Global hat sich mit Wetten auf europäische Staatsanleihen verhoben. [...] MF Global ist damit das prominenteste Opfer der Euro-Schuldenkrise in den USA."

Zuerst verdienen sie mit Wetten GEGEN Euroländer-Anleihen haufenweisen Geld und nun wo es einen "Lösungsansatz" gibt und die Wetten nicht mehr aufzugehen scheinen, sind sie ein OPFER DER EUROKRISE?????

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