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17.04.2013

08:14 Uhr

Versicherung, Fonds, Sparkonten

Rote Karte für Schrott-Investments

VonDörte Jochims

Jedes Jahr verlieren Anleger Milliarden wegen schlechter Finanzberatung. Ein neuer Ratgeber zeigt, woran Kunden schlechte Produkte erkennen und was Investoren tun können, wenn ihre Anlage floppt.

Achtung Unfall: Wenn bei der Geldanlage ein Crash droht, sollten Anleger handeln. dapd

Achtung Unfall: Wenn bei der Geldanlage ein Crash droht, sollten Anleger handeln.

Sichere Traumrendite plus Klimaschutz: Der jüngste Schmäh der Finanzvermittler heißt „Energiewende“, informiert die Verbraucherzentrale NRW. Die Anlagevehikel sind Genussrechte, Anleihen, stille Beteiligungen oder Genossenschaftsanteile, die kaum zu verkaufen sind, sollte das Projekt in eine Krise geraten. Dennoch werben Anbieter damit, dass die Rendite der Sparer gesetzlich garantiert sei.

Garantiert werde den Betreibern der Anlagen aber nur der Strompreis, wenn sie ans Netz gehen. Zuvor tragen Anleger jedoch das Risiko, das Projekte scheitern. Und wie viel ihnen danach von den Stromeinnahmen zufließt, hängt von vielen Faktoren ab.

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Kunden sind Bankern ausgeliefert, die Finanzlobby schreibt die Gesetze selber und die Politik verrät die Anleger. Innenminister a.D. Gerhart Baum und sein Anwaltskollege Julius Reiter rechnen mit der Finanzindustrie ab.

Lückenhafte Informationen und windige Angebote wie diese zeigen nur die Auswüchse schlechter Produkte und schlechter Beratung. Tag für Tag rufen hunderte verzweifelter Anleger in den Verbraucherzentralen an, die mit Investitionen Verluste erlitten haben. Egal ob geschlossene Fonds, Lebensversicherung, Sparbriefe oder börsengehandelte Wertpapiere: „Viele haben Verluste erlitten und wollen von uns wissen, was sie tun können, um den Schaden zu begrenzen,“ sagt Annabel Oelmann, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Denn allein auf Grund von schlechter Finanzberatung entsteht Anlegern jährlich ein Schaden von 20 bis 30 Milliarden Euro! So werden 50 bis 80 Prozent der langfristigen Anlagen und Lebensversicherungspolicen vorzeitig und damit in der Regel mit Verlust gekündigt. Dieses Ergebnis zeigt eine Studie, die das Bundesministerium für Verbraucherschutz 2008 veröffentlichte.

Für Anleger ist es höchste Zeit, die Verantwortung für die Geldanlage wieder stärker in die eigene Hand zu nehmen. Ein neues Buch hilft dabei. Der Ratgeber „Schadensfall Geldanlage“ von der Verbraucherzentrale NRW berät Anleger, zu beurteilen, ob sie Produkte halten oder abstoßen sollen. Die Autoren Dörte Jochims und Jens Hagen, die regelmäßig auch bei Handelsblatt Online veröffentlichen, zeigen auf, was bei einem Ausstieg oder einer Kündigung zu beachten ist oder welche und ob Alternativen dazu bestehen.

Anleger erfahren zudem, wie die Chancen stehen, Schadensersatz geltend zu machen, wo sie jeweils erste Informationen zu den Produkten finden und an welche unabhängige Experten sie sich wenden können. In Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW erklärt Handelsblatt Online Knackpunkte bei den beliebtesten Anlageprodukte der Deutschen.

Kommentare (12)

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vandale

17.04.2013, 08:53 Uhr

Die Verkäufer schlechter Investments suchen regelmässig den potentiellen Kunden zu illusionieren.

Dazu wird meist eine sehr selektive Kommunikation verwendet. In diesem Sinne möge man sich den Film von Al Gore "Eine unbequeme Wahrheit" ansehen. Dort werden lediglich Argumente zugunsten einer raschen Klimaerwärmung erwähnt, Gegenargumente kommen nicht vor. Es werden schöne Bilder zugunsten der These gezeigt und hässliche dagegen.

Ein weiteres Anzeichen ist ein überdimensionierter Kommunikationsaufwand. Man denke an die vielen PR Artikel in Deutschen Medien zugunsten "Erneuerbarer Energien". Wenn dies aussichtsreich wäre bedürfte es nicht dieses Kommunikationsaufwands.

Ein Anzeichen sind sehr optimistische Schätzungen des Ertrages, Sicherheitsversprechen. Meist halten die Versprechen einer Taschenrechnerprobe nicht stand.

Ueblicherweise lassen sich die meisten Menschen im Herdentrieb am besten illusionieren.

Es gibt einen kleinen Teil Mitbürger die sich nicht so leicht illusionieren lassen. Allerdings ist niemand gefeit gegen Fehleinschätzungen, oder Unerwartetes Beispiel: Die BP Aktie ist nach dem Bohrinselunglück unter die Räder geraten, extreme Geldschöpfung durch Zentralbanken.

Vandale

LilaKuh

17.04.2013, 08:54 Uhr

Rote Karte für alle Medien, die diesen Produkten und Finanzberatern eine Bühne bieten.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeissen.

Tigerle

17.04.2013, 09:00 Uhr

So, so. Es enstehen also Verluste, wenn die Versicherung VORZEITIG aufgelöst wird. Und daran, das vorzeitig gekündigt wird, ist natürlich nur der Berater Schuld, nicht wahr? So ist es aber nicht! Die erwähnte Studie hat nämlich auch ermittelt, WARUM vorzeitig aufgelöst wird: Das Geld soll für den Konsum (Reisen, Autos etc.) verbraucht werden. Und daran - an dieser Verbrauchereinstellung - ist kein Berater schuld!

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