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18.05.2012

14:03 Uhr

Vor dem Börsengang

Anleger setzen mit Derivaten auf Facebook-Höhenflug

Mit Spannung wird der IPO von Facebook erwartet. Wie läuft die Aktie? Für Derivate-Anleger ist die Sache klar: Gefragt sind Optionsscheine mit einem Preis bis zu 70 Dollar – ein Aufschlag von über 100 Prozent.

38 Dollar - für diesen Preis kann die Facebook-Aktie gezeichnet werden. dapd

38 Dollar - für diesen Preis kann die Facebook-Aktie gezeichnet werden.

FrankfurtKurz vor dem mit Spannung erwarteten Börsengang von Facebook haben Anleger am deutschen Derivatemarkt auf kräftige Aufschläge bei der Erstnotiz der Papiere gesetzt. Der Aktienkurs werde immer höher eingeschätzt, sagte Euwax-Händler Norbert Paul am Freitagmittag. „Die Aktien werden über verschiedene Optionsscheine derzeit mit 66,75 Dollar indiziert.“ Die Investoren griffen fast ausschließlich zu Calls, mit denen auf steigende Kurse gewettet wird. Die Aktien des US-Unternehmens gingen mit 38 Dollar an die Investoren, einige Experten rechnen nach Börsenstart in New York am Nachmittag mit einem Kurssprung von über 50 Prozent.

Hoch im Kurs standen Calls von Lang & Schwarz mit Basispreis bei 60 Dollar und 70 Dollar. Auch ein Call von Vontobel mit Basispreis bei 54 Dollar stand auf den Handelsstatistiken weit oben. Nachdem Lang & Schwarz am deutschen Markt am Mittwoch den Startschuss für diese Produkte gegeben hatte, bieten immer mehr Emittenten Scheine auf die Aktie des Online-Netzwerkes an - neben dem Düsseldorfer Broker und Vontobel auch beispielsweise Societe Generale.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

18.05.2012, 16:13 Uhr

Ich sage dazu nur: dumm, dümmer, Facebook-Aktionär!
70 US-$, dass ich nicht lache. Wer da noch zulangt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen!

peter0123

18.05.2012, 20:08 Uhr

Facebook hat keine Personen Verifizierung wie Paypal oder Ebay. Man kann x Accounts erstellen. Und das machen sehr viele Leute und zwar für Spiele. Die Spiele Betreiber über Facebook haben das Problem mit den "Multis" und Facebook liebt es Accounts zu sammeln. Früher musste man als Entwickler auch einen eigenen Account haben + einen privaten. Ich denke das gerade mal 1/4 der User Zahl stimmen. DIE BLASE ;) Ausserdem hat Facebook schon alles verscherbelt, was soll neues kommen? Nur die Spiele halten die User an Facebook.

DonTseTse

19.05.2012, 02:34 Uhr

"Ich denke das gerade mal 1/4 der User Zahl stimmen." Beweise??

Klar haben die Leute doppelte Konten, aber in dem Ausmass...
Ich glaube nicht dass Fb - auch wenn sie sich sonst um nichts scheren - im IPO Prospekt derb lügen würde. Die hätten sofort Milliardenklagen am Hals, aussichtsreiche Milliardenklagen. Ausserdem sorgen die mitunter drastischen Massnahmen der SEC für ein gehöriges Mass an Respekt. Zuletzt haben sie an Groupon's Bilanz wieder ein schönes Exempel statuiert...

"Ausserdem hat Facebook schon alles verscherbelt, was soll neues kommen?"
Da mach Dir mal keine Sorgen, bei 900 Mio randvoll mit Daten gefüllten Nutzerprofilen wird denen schon was einfallen... garantiert. Notfalls einen diskreten Service für Staaten die dann ihren Geheimdienst usw. andocken dürfen, überweisungen dafür bitte an sein Privatkonto auf den Bahamas richten :D

P.S.: die US Geheimdienste kriegen diesen Service übrigens bald offiziell*. Das nenne ich mal einen 1 A Referenzkunden...

*Das Ganze ist ein geplantes US-Gesetz und nennt sich CISPA (Nachfolger der wohl gescheiterten SOPA und PIPA), das US-Firmen "freiwillig zwingt" wegen der Gefahr des Cyberterrorismus ihre Daten mit den US-Behörden zu teilen.

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