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26.09.2014

06:33 Uhr

Währungen

Die Last des fallenden Euro

VonMatthias von Arnim

Die Europäische Zentralbank weitet ihre Maßnahmen zur Abwertung des Euro aus. Sparer, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie ihr Vermögen schmilzt, sollten über Anlagen in andere Währungen nachdenken.

Es spricht vieles dafür, dass der Euro im Vergleich zu anderen Währungen weiter abrutscht. Anleger sollten dann nicht in andere Währungen investieren. Getty Images

Es spricht vieles dafür, dass der Euro im Vergleich zu anderen Währungen weiter abrutscht. Anleger sollten dann nicht in andere Währungen investieren.

DüsseldorfLangsam zeichnet sich ab, was EZB-Präsident Mario Draghi meint, wenn er von seiner vielzitierten „Bazooka“ spricht: Anfang September senkte er den Leitzins für die Euro-Zone auf die homöopathische Größenordnung von 0,05 Prozent. Geholfen hat es nichts. „Die Konjunktur in Europa schwächelt, seit einigen Monaten sogar auch in Deutschland. Also wird die Europäische Zentralbank im nächsten Schritt den Banken verbriefte Kredite abkaufen“, sagt Lutz Karpowitz von der Commerzbank.

Mithilfe des Kaufs des sogenannten Asset Backed Securities (ABS), so hofft Draghi, wird die EZB die Banken so sehr entlasten, dass diese mehr Kredite vergeben können. Denn aus den Büchern der Banken verschwinden durch den Aufkauf die Hypothekenkredite, die die Bankbilanzen belasten und für die die Banken entsprechende Sicherheiten, sprich Eigenkapital, vorhalten müssen. Befreit von der Last, bliebe den Banken mehr Luft zum Atmen, so Draghi´s Kalkül.

Die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe könnte gelockert und der Wirtschaft somit neue Impulse verliehen werden. „Im dritten Schritt wird die Europäische Zentralbank sehr wahrscheinlich dazu übergehen, europäische Staatsanleihen zu kaufen, um die Staatshaushalte zu entlasten. Wir rechnen damit, dass sie im kommenden Jahr damit beginnen wird“, so Karpowitz. Damit steht der Währungsexperte nicht alleine da.

Es ist allgemeiner Konsens unter den Analysten, dass die Europäische Zentralbank keine andere Wahl mehr hat, als die letzten Karten auszuspielen, die sie noch hat, um Deflation und eine tiefergehende Rezession im Euroraum abzuwenden. „Die EZB wendet erst jetzt die Instrumente an, die die US-Notenbank Fed gleich als erste Reaktion auf die Finanzkrise genutzt hat“, erklärt Karpowitz. Der Effekt: Die Eurozone hängt in der Zins- und Konjunktur-Entwicklung den Vereinigten Staaten hinterher.

Dort fährt die Fed ihre liquiditätsspendenden Maßnahmen bereits wieder zurück. Den Aufkauf von US-Staatsanleihen hat sie bereits in den vergangenen Monaten gedrosselt. Noch in diesem Jahr wird sie ihn komplett stoppen. „Die US-Notenbank bereitet die Marktteilnehmer weltweit vorsichtig darauf vor, dass sich die Zeit der ultralockeren Geldpolitik dem Ende nähert. Im kommenden Jahr wird die Fed nach langer Zeit wohl zum ersten Mal wieder die Zinsen anheben“, sagt Lutz Karpowitz.

Kommentare (19)

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Herr UWE Keil

26.09.2014, 07:35 Uhr

Vedummung für das Volk.......
Sparer brauchen Silber und Gold, physisch natürlich.
Und nicht nur die Sparer....

Frau Helga Trauen

26.09.2014, 08:00 Uhr

Es lebe der €! Es lebe das "politische Projekt"! Besser kann es doch für die Deutschen nicht laufen! Denkt immer dran: Ihr habt am meisten vom € gehabt (Erika)! Euch geht es viel zu gut (Gauckler)!
Nehmt bloß nicht an, daß Ihr beschissen werdet! Die weitere Integration ist alternativlos (Erika)!
Und wen wählt Ihr?

Frau Ich Kritisch

26.09.2014, 08:16 Uhr

tja, früher sollte eine Währung möglichst dauerhaft sein. Früher war eigentlich fast alles auf Dauer angelegt.

Im Zuge unserer Wegwerfgesellschaft (nur über Konsum entsteht eine Wirtschaftssteigerung) wird halt irgendwann auch eine Währung nur noch für kurze Zeit haltbar.

Als Sammlerobjekt dürfte der Euro tatsächlich einen Wert besitzen :-)

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