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04.06.2011

10:00 Uhr

Währungswetten

Auf und ab mit dem Devisenkarussel

VonMatthias von Arnim

Das Währungskarusell dreht sich immer schneller. Aber in welche Richtung? Mit Zins- und Hebel-Produkten können Anleger auf unterschiedliche Weise in Fremdwährungen investieren – egal, ob es vor oder zurück geht.

Yen und Dollar: Wie Ying und Yang. Quelle: ap

Yen und Dollar: Wie Ying und Yang.

DüsseldorfDas Währungskarussell dreht sich derzeit immer schneller. Über die Richtung sind sich die Experten allerdings uneins. „US-Dollar und britisches Pfund werden bis zum Jahresende gegenüber dem Euro wohl etwas aufwerten“, sagt etwa Antje Praefcke. „Die Problematik um eine mögliche Restrukturierung der griechischen Schulden und die Finanzierung der Hilfspakete für Portugal und Irland werden den Euro auch längerfristig noch belasten“, ist sich die Währungsanalystin der Commerzbank sicher.

Gleichzeitig deuten die Zeichen in Großbritannien auf eine baldige Zinserhöhung hin. Die Bank of England habe bereits Äußerungen in diese Richtung gemacht. Seit zwei Jahren steht der Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent. Eine Anhebung ist Experten zufolge längst überfällig. Noch scheut die Bank of England diesen Schritt. Einerseits erfordert die hohe Inflationsrate eine Zinserhöhung zwingend nötig ist. Andererseits würden höhere Zinsen die schwache Konjunktur weiter belasten.

„Auch die USA werden um eine Zinserhöhung nicht herumkommen, wenn die Inflation weiter steigt“, so Praefcke. Steigende Zinsen bedeuten, dass die betreffenden Währungen für Anleger attraktiver und gegenüber dem Euro an Wert gewinnen würden.

Ganz anders beurteilt Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus, die Lage am Devisenmarkt. „Der US-Dollar befindet sich bereits seit zehn Jahren gegenüber dem Euro in einem Abwärtstrend. Dieser Trend wurde vor drei Jahren zwar einmal durchbrochen. Doch es zeichnet sich ab, dass sich die Entwicklung weiter fortsetzt“, so Scherer. Ähnliches gelte für das britische Pfund im Verhältnis zum Euro. Aus charttechnischer Sicht wurde zwischen Juni 2010 und Februar 2011 eine so genannte Schulter-Kopf-Schulter-Formation abgeschlossen.

Gleichzeitig sei der Euro gegenüber dem Pfund aus einer Dreiecksformation nach oben hin ausgebrochen. Der Weg für einen stärkeren Euro sei somit nun wieder frei. „Betrachtet man den Euro-Pfund-Chart, spricht einiges dafür, dass das britische Pfund mittelfristig weiter an Wert verlieren könnte, eventuell sogar bis hin zur Währungsparität“, so Scherer. Will heißen: Ein Euro könnte, wenn sich die Analyse als richtig herausstellt, vielleicht bald so viel wert sein wie ein britisches Pfund. Das hat es zwar bislang noch nie gegeben. Doch Ende Dezember 2008 war es fast schon einmal so weit gekommen. Ein zweiter Anlauf scheint aus charttechnischer Sicht jedenfalls nicht mehr unmöglich.

Kommentare (1)

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04.06.2011, 14:13 Uhr

na-ja, ich sehe eur/usd deutlich steigen in den nächsten wochen. auf jeden fall mal über 1,50, vllt. sogar neues all-time-high bei 1,60. gut hat`s wer so positioniert ist und schon long ist.
hingegen, wer noch immer nicht long ist, über dessen kompetenz muss man wohl kaum ein wort mehr erwähnen.

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