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07.02.2014

16:47 Uhr

Wikifolio Inside

An fallenden Kursen verdienen

Schnelles Umdenken ist gerade in Wendephasen gefragt. Viele Trader bei Wikifolio.com haben dies im Januar beherzigt und sich mehrfach erfolgreich engagiert, wenn der Dax gesunken ist.

Aufteilung der Assetklassen in Wikifolio nach dem Anlagevolumen. Stichtag 4. Februar 2014. Basis: alle Wikifolio-Zertifikate

Aufteilung der Assetklassen in Wikifolio nach dem Anlagevolumen. Stichtag 4. Februar 2014. Basis: alle Wikifolio-Zertifikate

WienDie aktuell auffälligste Veränderung bei der Zusammensetzung aller Wikifolios ist der Anteil von Aktien aus den USA. Dieser ist wieder deutlich auf rund 20 Prozent gestiegen. Wie schon im Herbst dürfte das mit der Quartalsberichterstattung in Übersee zusammenhängen, die ihren Höhepunkt erreicht hat. Vor allem bei den hochkapitalisierten Wikifolios waren die großen und damit auch ausreichend liquiden Werte stark gefragt.

Gleich sieben US-Aktien schafften im Januar den Sprung unter die Top-15 (bezogen auf das Volumen) der meistgehandelten Einzelwerte. Bei Facebook zum Beispiel spekulierten viele Trader im Vorfeld der Zahlen für das vierte Quartal erfolgreich auf starke Ergebnisse des Konzerns.

Dazu zählte auch der ehemalige Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Capital, Ralf-Dieter Brunowsky. Er nutzte bei seinem Wikifolio „Internet spekulativ“ im Anschluss an das Zahlenwerk den deutlich gestiegenen Kurs, um die Facebook-Aktie mit einem Gewinn von elf Prozent wieder zu veräußern.

Das Wichtigste zu Wikifolio.com

Seit wann gibt es Wikifolio.com?

Wikifolio.com ist am 1. August 2012 an den Start gegangen. Anfang August 2017 kann die Plattform mehr als 18000 publizierte Wikifolios und mehr als 6700 investierbare Wikifolios vorweisen. Insgesamt wurde im Rahmen der wikifolios ein Handelsvolumen von rund 13 Milliarden Euro ausgelöst.

Wie erstelle ich ein Wikifolio?

Jeder kann auf Wikifolio.com ein kostenloses Musterdepot – ein Wikifolio – erstellen. Diese Strategien sind für jedermann öffentlich einsehbar. Die Trader können dazu Kommentare verfassen.

Was ist ein investierbares Wikifolio?

Unter bestimmten Bedingungen kann ein Wikifolio in Form eines Endlos-Indexzertifikats (Wikifolio-Zertifikat) abgebildet werden. Diese Zertifikate werden von der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Düsseldorf emittiert. Voraussetzung dafür: Der Trader braucht zehn Unterstützer, die mindestens 2.500 Euro in seine Strategie investieren würden und muss während einer 21tägigen Testphase mindestens fünf virtuelle Trades durchführen.

Wo werden die Wikifolio-Zertifikate gelistet?

Jedes Wikifolio-Zertifikat hat eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise eine ISIN und ist an der Börse Stuttgart gelistet sowie über Lang & Schwarz außerbörslich handelbar.

Wie investiere ich in ein Wikifolio?

Über die Plattform können sich Anleger über die unterschiedlichen Wikifolios informieren. Haben sie ein Wikifolio ausgewählt, können sie von der Plattform direkt zu ihrer Depotbank oder ihrem Broker gelangen und es dort kaufen.

Worin investieren die Trader?

Das Anlageuniversum umfasst mehr als 250.000 Wertpapiere. Darunter finden sich hochliquide Aktien und ETFs, aber auch Bonus- und Discountzertifikate, mit denen Anleger attraktive Renditen auch in Seitwärtsmärkten erzielen können. Spekulative Trader können Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Turbos zur Rendite-Maximierung aber auch für Absicherungszwecke nutzen.

Welche Gewinne können Trader machen?

Trader können eine Performancegebühr zwischen fünf und 30 Prozent festlegen. Diese wird immer dann ausgezahlt, wenn sie einen neuen Höchststand erreichen. Die Gebühr wird zwischen dem Trader und Wikifolio.com aufgeteilt. Der Trader bekommt je nach Investitionsvolumen maximal die Hälfte der Gebühr. Ein Rechenbeispiel: Der Trader hat mit seinem Wikifolio an einem Tag einen neuen Höchststand erreicht, der 20 Euro über dem alten liegt. Bei einer Performancegebühr von zehn Prozent werden somit zwei Euro fällig; ein Euro fließt an den Trader, einen Euro bekommt die Plattform.

Welche Gebühren entstehen dem Investor?

Die Performancegebühr wird in den Kurs des Wikifolios eingerechnet. Sie wird in der Nacht vom Tagesschlusskurs abgezogen. Auf diese Weise liegt nach Erreichen eines neuen Höchststandes der Tagesschlusskurs über dem nächsten Eröffnungskurs. Zusätzlich wird pro Jahr eine Zertifikate-Gebühr von 0,95 Prozent vom gesamten eingesetzten Kapital fällig, die ebenfalls tagesgenau berechnet und abgezogen wird.

Welche Risiken birgt der Zertifikate-Kauf?

Der Anleger trägt mehrere Risiken: Zum einen muss er darauf vertrauen, dass der Trader eine erfolgreiche Strategie beibehält oder rechtzeitig anpasst. Wie bei allen Investitionen in Wertpapiere besteht natürlich ein gewisses Kursschwankungsrisiko. Die im März 2017 eingeführte Besicherungslösung für alle wikifolio-Zertifikate sorgt dafür, dass das mit Investitionen in Zertifikate generell einhergehende Emittentenrisiko weitgehend abgesichert ist.

Wer sind die Trader?

Wer ein Wikifolio publiziert, muss den Plattformbetreibern seinen Namen, Telefonnummer und Adresse mitteilen. Die Anleger können die Traderprofile einsehen, in denen sich die Trader mit ihrem tatsächlichen Namen vorstellen und Angaben zur Erfahrung im Handel mit Wertpapieren machen. Ein Viertel der Trader ist hauptberuflich in der Finanzbranche tätig.

Was erfährt der Anleger über die Handelsstrategie?

Neben einer Beschreibung der Tradingstrategie werden sämtliche Trades, der aktuelle Depotbestand und die Kommentare des Traders veröffentlicht.

Wo kann Wikifolio genutzt werden?

wikifolio.com und wikifolio-Zertifikate gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Internationale Nutzer gibt es zusätzlich eine englischsprachige Version der Plattform.

Eine abweichende Strategie war bei der Apple-Aktie zu beobachten. Bei dem iPhone-Hersteller überwogen auf Monatssicht eindeutig die Käufe. Nachdem der Markt den eher verhaltenen Ausblick des Unternehmens mit relativ deutlichen Kursverlusten bestraft hatte, griffen die Wikifolio-Trader auf ermäßigtem Niveau mehrheitlich zu.

Der langjährige Wertpapierberater Rainer Vogel etwa verdoppelte die Apple-Position in seinem seit kurzem auch investierbaren Wikifolio „Multi Strategie“ nach der Bilanzvorlage mit folgender Begründung: „Die starken Kursverluste nach der Veröffentlichung der Zahlen erinnern sehr stark an das Jahr 2013.

Auch damals fiel der Apple-Kurs nach Zahlen von 500 auf 450 Dollar. Es erfolgte dann aber eine Gegenbewegung auf 480 Dollar, bevor der Kurs erneut nachgab. Ich rechne auch dieses Jahr wieder mit einer Gegenbewegung und stocke kurzfristig die Position auf.“

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