Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.10.2013

12:44 Uhr

Wikifolio Inside

Keine Gefahr für die Weihnachtsrally?

Neue Höchststände trotz schlechter Daten aus der Realwirtschaft – das könnte das letzte Aufbäumen vor dem Platzen einer Blase sein. Die Trader auf wikifolio.com sind kurzfristig aber dennoch optimistisch.

Angesichtes der Rekordjagd an den Börsen bleiben Trader zumindest kurzfristig optimistisch. Reuters

Angesichtes der Rekordjagd an den Börsen bleiben Trader zumindest kurzfristig optimistisch.

WienTrotz schlechter Arbeitsmarktdaten aus Amerika haben S&P 500 und Dax neue Höchststände erreicht – das zeigt, dass die Geldpolitik die Entkopplung von der Realwirtschaft vorantreibt. Dieses Resultat ist – zumindest offiziell – wohl kaum der gewünschte Lenkungseffekt, da doch eigentlich die Realwirtschaft angekurbelt werden sollte. Dennoch sind die meisten Akteure kurzfristig weiterhin optimistisch – es gibt ja auch kaum ernste Alternativen zur Asset-Klasse Aktie.

„Ich gehe nicht davon aus, dass wir in der nächsten Zeit eine deutliche Änderung der Fed-Politik sehen werden. Die selbst gesteckten Ziele sind äußerst ambitioniert und mit Yellen als Bernanke-Nachfolgerin wird die Geldpolitik vermutlich ähnlich locker weitergeführt werden. Über kurz oder lang wird die Fed aber das dritte Quantitive-Easing-Programm zurückfahren müssen. Vor allem Aktien werden bis dahin weiter profitieren“, meint Ralf Werner. In sein Wikifolio Antizyklische Chancen haben Anleger über das Wikifolio-Zertifikat derzeit 8,2 Millionen Euro investiert. Neben ausgewählten Einzelwerten hat Ralf Werner zur Absicherung eine Dax-Shortposition im Portfolio.

Das Wichtigste zu Wikifolio.com

Seit wann gibt es Wikifolio.com?

Wikifolio.com ist am 1. August 2012 an den Start gegangen. Anfang August 2017 kann die Plattform mehr als 18000 publizierte Wikifolios und mehr als 6700 investierbare Wikifolios vorweisen. Insgesamt wurde im Rahmen der wikifolios ein Handelsvolumen von rund 13 Milliarden Euro ausgelöst.

Wie erstelle ich ein Wikifolio?

Jeder kann auf Wikifolio.com ein kostenloses Musterdepot – ein Wikifolio – erstellen. Diese Strategien sind für jedermann öffentlich einsehbar. Die Trader können dazu Kommentare verfassen.

Was ist ein investierbares Wikifolio?

Unter bestimmten Bedingungen kann ein Wikifolio in Form eines Endlos-Indexzertifikats (Wikifolio-Zertifikat) abgebildet werden. Diese Zertifikate werden von der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Düsseldorf emittiert. Voraussetzung dafür: Der Trader braucht zehn Unterstützer, die mindestens 2.500 Euro in seine Strategie investieren würden und muss während einer 21tägigen Testphase mindestens fünf virtuelle Trades durchführen.

Wo werden die Wikifolio-Zertifikate gelistet?

Jedes Wikifolio-Zertifikat hat eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise eine ISIN und ist an der Börse Stuttgart gelistet sowie über Lang & Schwarz außerbörslich handelbar.

Wie investiere ich in ein Wikifolio?

Über die Plattform können sich Anleger über die unterschiedlichen Wikifolios informieren. Haben sie ein Wikifolio ausgewählt, können sie von der Plattform direkt zu ihrer Depotbank oder ihrem Broker gelangen und es dort kaufen.

Worin investieren die Trader?

Das Anlageuniversum umfasst mehr als 250.000 Wertpapiere. Darunter finden sich hochliquide Aktien und ETFs, aber auch Bonus- und Discountzertifikate, mit denen Anleger attraktive Renditen auch in Seitwärtsmärkten erzielen können. Spekulative Trader können Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Turbos zur Rendite-Maximierung aber auch für Absicherungszwecke nutzen.

Welche Gewinne können Trader machen?

Trader können eine Performancegebühr zwischen fünf und 30 Prozent festlegen. Diese wird immer dann ausgezahlt, wenn sie einen neuen Höchststand erreichen. Die Gebühr wird zwischen dem Trader und Wikifolio.com aufgeteilt. Der Trader bekommt je nach Investitionsvolumen maximal die Hälfte der Gebühr. Ein Rechenbeispiel: Der Trader hat mit seinem Wikifolio an einem Tag einen neuen Höchststand erreicht, der 20 Euro über dem alten liegt. Bei einer Performancegebühr von zehn Prozent werden somit zwei Euro fällig; ein Euro fließt an den Trader, einen Euro bekommt die Plattform.

Welche Gebühren entstehen dem Investor?

Die Performancegebühr wird in den Kurs des Wikifolios eingerechnet. Sie wird in der Nacht vom Tagesschlusskurs abgezogen. Auf diese Weise liegt nach Erreichen eines neuen Höchststandes der Tagesschlusskurs über dem nächsten Eröffnungskurs. Zusätzlich wird pro Jahr eine Zertifikate-Gebühr von 0,95 Prozent vom gesamten eingesetzten Kapital fällig, die ebenfalls tagesgenau berechnet und abgezogen wird.

Welche Risiken birgt der Zertifikate-Kauf?

Der Anleger trägt mehrere Risiken: Zum einen muss er darauf vertrauen, dass der Trader eine erfolgreiche Strategie beibehält oder rechtzeitig anpasst. Wie bei allen Investitionen in Wertpapiere besteht natürlich ein gewisses Kursschwankungsrisiko. Die im März 2017 eingeführte Besicherungslösung für alle wikifolio-Zertifikate sorgt dafür, dass das mit Investitionen in Zertifikate generell einhergehende Emittentenrisiko weitgehend abgesichert ist.

Wer sind die Trader?

Wer ein Wikifolio publiziert, muss den Plattformbetreibern seinen Namen, Telefonnummer und Adresse mitteilen. Die Anleger können die Traderprofile einsehen, in denen sich die Trader mit ihrem tatsächlichen Namen vorstellen und Angaben zur Erfahrung im Handel mit Wertpapieren machen. Ein Viertel der Trader ist hauptberuflich in der Finanzbranche tätig.

Was erfährt der Anleger über die Handelsstrategie?

Neben einer Beschreibung der Tradingstrategie werden sämtliche Trades, der aktuelle Depotbestand und die Kommentare des Traders veröffentlicht.

Wo kann Wikifolio genutzt werden?

wikifolio.com und wikifolio-Zertifikate gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Internationale Nutzer gibt es zusätzlich eine englischsprachige Version der Plattform.

„Mit Yellen als neue US-Notenbankchefin wird das Tapering wohl erst Anfang 2014 beginnen. Mit Beginn der Rückführung der ultralockeren Geldpolitik der Fed wird es auch an den Märkten volatiler“, ergänzt Trader Markus Strauch. „Die Einbahnstraße von steigenden Kursen wird dann vorbei sein und es wird zunehmend ein Stock-Picking-Ansatz, das heißt Einzelauswahl von Investmentideen, belohnt. Mit Shortpositionen kann man bei einer Korrektur an den Märkten mitverdienen, doch halte ich das noch für zu früh. Die weltweiten Märkte sind nach wie vor in einem technisch einwandfreien Aufwärtstrend.“ In Strauchs Wikifolio Momentum Trading-spekulativ werden Einzelchancen konsequent genutzt oder bei keinem klaren Handelssignal auch 100 Prozent in Cash abgewartet

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

xyungeloest

30.10.2013, 13:41 Uhr

Solange die Märkte davon ausgehen können, das immer geholfen wird, wird wohl an der Realwirtschaft vorbei ent
schieden. Die Sucht nach schlechten Nachrichten, die dann ja schlußendlich dazu führt, das auf keinen Fall gerade jetzt etwas zurückgenommen werden kann und darf ist schon schizophren!!! Alle Fundamentalanalysen und auch das dauernde Geschwafel von alternativlosen Aktienanlagen dürften sich in Luft auflösen, wenn kein Öl mehr ins Feuer gegossen wird. Ja, derzeit wird geheizt, was das Zeug hält und daraus resultiert natürlich auch die Erkenntnis, es geht nur noch über Aktien und infolgedessen fallen ja Entscheidungen zugunsten von Aktien, die die Märkte so euphorisch sein sein lassen! In ersten Linie halten die Geldfluten die Zinsen niedrig. Doch angenommen allein die Versicherer retten Ihr Geld aus den Anleihen und schichten um in Aktien...wer soll dann die Billionenwerte in Anleihen refinanzieren, die ja nun mal sowohl die Unternehemen aber erst recht die Staaten benötigen? Dann wird man wegen zu niedriger Zinsen keine Abnehmer mehr für Anleihen haben und wird wohl oder übel mit den Zinsen raufgehen müssen. Eins ist Fakt: mit 0,01-0,5 Prozent Zinsen wird es schwer, Zinsgarantieen für Versicherungen mit 1,5-4 Prozent zu erfüllen...dann schlägt das Pendel in die andere Richtung. Jedenfalls können die Versicherer ncht mehr so lange warten auf die sicheren Erträge...und Aktienquoten sollen und dürfen ja nicht beliebig hochgefahren werden.

Account gelöscht!

30.10.2013, 14:27 Uhr

"Das größte Geheimnis für den Trader ist, seinen Willen dem Willen des Marktes unterzuordnen. Der Markt ist die Wahrheit, der alle Kräfte die auf ihn wirken wiederspiegelt. Solange der Trader das erkennt ist er sicher. Ignoriert er diese Tatsache ist er verloren und verdammt." (•‿-) Linda Bradford-Raschke

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×