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23.01.2014

13:11 Uhr

Wikifolio Inside

Social Trader begeistern die Anleger

VonAndreas Kern
Quelle:Wikifolio

Das Wikifolio-Zertifikat des Traders Markus Strauch hat als erstes die Grenze von zehn Millionen Euro erreicht. Gleichzeitig entdecken immer mehr professionelle Vermögensverwalter Social Trading als attraktive Plattform.

Trader Markus Strauch vor seinen Analyse-Bildschirmen.

Trader Markus Strauch vor seinen Analyse-Bildschirmen.

WienNoch vor zwei Jahren war Markus Strauch ein unbekannter privater Trader. Er war einer der ersten Nutzer der Social Trading Plattform Wikifolio.com, damals noch in der Beta-Version und ohne die Möglichkeit für Investoren Geld in Wikifolio-Zertifikate zu investieren. Mitgebracht hat Strauch solide Trading-Erfahrungen aus seiner langjährigen Tätigkeit bei diversen Finanzdienstleistern in Deutschland. Sein Wunsch war beim Wikifolio-Cup teilzunehmen und eines der als Preis ausgelobten iPads zu gewinnen.

Der Wunsch ging in Erfüllung, Markus Strauch belegte den zweiten Platz und gewann nicht nur das iPad. Seine im Rahmen des Cups erstellte Handelsstrategie, die im Wikifolio-Zertifikat „Momentum Trading-spekulativ-“ nachgebildet wird, konnte nach Launch von Wikifolio.com im Sommer 2012 innerhalb von vier Wochen mehr als eine Million Euro Kapital anziehen.

Das Wichtigste zu Wikifolio.com

Seit wann gibt es Wikifolio.com?

Wikifolio.com ist am 1. August 2012 an den Start gegangen. Inzwischen gibt es mehr als 4000 publizierte Wikifolios und beinahe 800 investierbare Wikifolios. Mit Stand 7. Januar 2014 hatten Anleger mehr als 103,5 Millionen Euro investiert. Insgesamt wurde im Rahmen von etwa 582.000 Trades bereits ein Handelsvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro ausgelöst.

Wie erstelle ich ein Wikifolio?

Jeder kann auf Wikifolio.com ein kostenloses Musterdepot – ein Wikifolio – erstellen. Diese Strategien sind für jedermann öffentlich einsehbar. Die Trader können dazu Kommentare verfassen.

Was ist ein investierbares Wikifolio?

Unter bestimmten Bedingungen kann ein Wikifolio in Form eines Endlos-Indexzertifikats (Wikifolio-Zertifikat) abgebildet werden. Diese Zertifikate werden von der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Düsseldorf emittiert. Voraussetzung dafür: Der Trader braucht zehn Unterstützer, die mindestens 2.500 Euro in seine Strategie investieren würden und muss während einer 21tägigen Testphase mindestens fünf virtuelle Trades durchführen.

Wo werden die Wikifolio-Zertifikate gelistet?

Jedes Wikifolio-Zertifikat hat eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise eine ISIN und ist an der Börse Stuttgart gelistet sowie über Lang & Schwarz außerbörslich handelbar.

Wie investiere ich in ein Wikifolio?

Über die Plattform können sich Anleger über die unterschiedlichen Wikifolios informieren. Haben sie ein Wikifolio ausgewählt, können sie von der Plattform direkt zu ihrer Depotbank oder ihrem Broker gelangen und es dort kaufen.

Worin investieren die Trader?

Das Anlageuniversum umfasst mehr als 40.000 Wertpapiere. Darunter finden sich hochliquide Aktien und ETFs, aber auch Bonus- und Discountzertifikate, mit denen Anleger attraktive Renditen auch in Seitwärtsmärkten erzielen können. Spekulative Trader können Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Turbos zur Rendite-Maximierung aber auch für Absicherungszwecke nutzen.

Welche Gewinne können Trader machen?

Trader können eine Performancegebühr zwischen fünf und 30 Prozent festlegen. Diese wird immer dann ausgezahlt, wenn sie einen neuen Höchststand erreichen. Die Gebühr wird zwischen dem Trader und Wikifolio.com aufgeteilt. Der Trader bekommt je nach Investitionsvolumen maximal die Hälfte der Gebühr. Ein Rechenbeispiel: Der Trader hat mit seinem Wikifolio an einem Tag einen neuen Höchststand erreicht, der 20 Euro über dem alten liegt. Bei einer Performancegebühr von zehn Prozent werden somit zwei Euro fällig; ein Euro fließt an den Trader, einen Euro bekommt die Plattform.

Welche Gebühren entstehen dem Investor?

Die Performancegebühr wird in den Kurs des Wikifolios eingerechnet. Sie wird in der Nacht vom Tagesschlusskurs abgezogen. Auf diese Weise liegt nach Erreichen eines neuen Höchststandes der Tagesschlusskurs über dem nächsten Eröffnungskurs. Zusätzlich wird pro Jahr eine Zertifikate-Gebühr von 0,95 Prozent vom gesamten eingesetzten Kapital fällig, die ebenfalls tagesgenau berechnet und abgezogen wird.

Welche Risiken birgt der Zertifikate-Kauf?

Der Anleger trägt mehrere Risiken: Zum einen muss er darauf vertrauen, dass der Trader eine erfolgreiche Strategie beibehält oder rechtzeitig anpasst. Zum anderen geht er mit einem Zertifikat ein Emittentenrisiko ein, denn anders als Aktien und Fondsanteile gelten Zertifikate nicht als Sondervermögen. Wäre also der Emittent, Lang & Schwarz, insolvent, wäre das Vermögen der Anleger nicht gesondert geschützt. Sie müssten dann hoffen, im Rahmen des Insolvenzverfahrens zumindest einen Teil ihrer Einlagen zurück zu bekommen.

Wer sind die Trader?

Wer ein Wikifolio publiziert, muss den Plattformbetreibern seinen Namen, Telefonnummer und Adresse mitteilen. Die Anleger können die Traderprofile einsehen, in denen sich die Trader mit ihrem tatsächlichen Namen vorstellen und Angaben zur Erfahrung im Handel mit Wertpapieren machen. Ein Viertel der Trader ist hauptberuflich in der Finanzbranche tätig.

Was erfährt der Anleger über die Handelsstrategie?

Neben einer Beschreibung der Tradingstrategie werden sämtliche Trades, der aktuelle Depotbestand und die Kommentare des Traders veröffentlicht.

Wo kann Wikifolio genutzt werden?

Die Plattform kann bisher von Deutschland und Österreich aus genutzt werden.

Seit dem Start hat das Musterdepot von Markus Strauch eine Wertsteigerung von knapp 120 Prozent erzielt, mittlerweile sind mehr als zehn Millionen Euro Kapital in das Wikifolio-Zertifikat geflossen. Mit solchen Zahlen kann man als Trader von der ausgeschütteten Erfolgsprämie seinen Lebensunterhalt locker bestreiten. Der Karriereweg ist für Markus Strauch hier aber noch nicht zu Ende. In Kürze wird Markus Strauch bei einem Finanzdienstleister in führender Position tätig werden. Sein Wikifolio wird er weiterbetreuen, die verfolgte Handelsstrategie wird aber künftig zusätzlich für institutionelle Anleger verfügbar sein.

Unter den mittlerweile mehr als 4.000 publizierten Wikifolios tummeln sich immer mehr solche von Finanz-Professionals. Für Vermögensverwalter, entsteht seit Dezember 2013 ein eigener Bereich unter Wikifolio.com. Dort können Anleger in Zukunft von Handelsstrategien profitieren, die bis dahin nur vermögenden privaten und institutionellen Kunden vorbehalten waren.

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