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27.12.2013

10:15 Uhr

Wikifolio Inside

Was Top-Trader von 2014 erwarten

VonAndreas Kern

Im ersten Halbjahr 2014 droht es an den Aktienmärkten ungemütlich zu werden, doch die Kursrückschläge können im Jahresverlauf einen guten Einstieg bieten. Der Ausblick der Wikifolio-Anleger ist durchwachsen.

Händler in Frankfurt: Die Hoffnung auf ein gutes Börsenjahr wächst. dpa

Händler in Frankfurt: Die Hoffnung auf ein gutes Börsenjahr wächst.

WienEin für viele Anleger und insbesondere die Wikifolio-Trader sehr erfolgreiches Börsenjahr 2013 neigt sich dem Ende zu. Die letzten Wochen des Jahres werden wie immer dazu genutzt, einen Blick in die berühmte Kristallkugel zu werfen. Zahlreiche Analysten, Fondsmanager und Vermögensverwalter formulieren ihre Prognosen, wie sich die Kapitalmärkte im kommenden Jahr entwickeln werden. Traditionell sieht die Realität später dann aber ganz anders aus. Wir haben deshalb die 2013 besonders erfolgreichen Trader bei wikifolio.com nach ihren Aussichten für die Aktienmärkte in den kommenden zwölf Monaten befragt.

Obwohl die Zahl der veröffentlichten Kapitalmarktausblicke für 2014 mittlerweile locker zweistellige Regionen erreicht hat, steigt der Mehrwert für interessierte Anleger kaum noch an. Bei der Lektüre der verschiedenen Studien bekommt man zunehmend den Eindruck, als würden alle Häuser ihre Rechenmodelle mit demselben oder zumindest vergleichbarem Input füttern. Nennenswerte Abweichungen bei den letztlich entscheidenden Zahlen und Tendenzen sind Mangelware.

Eine Erkenntnis, die allerdings nicht überraschend kommt, weil sich das Procedere Jahr für Jahr wiederholt. Nach dem Motto „Wer mit der Herde läuft, ist auf der sicheren Seite“ traut sich kaum noch jemand, eine konträre Einschätzung zur Konsensmeinung abzugeben. Zu groß ist die Angst vor einem gewaltigen Shitstorm durch Medien und die Anlegergemeinde, wenn man mit einer außergewöhnlich mutigen Prognose am Ende völlig daneben liegt. Stattdessen wird oftmals sogar versucht, sich mit Hilfe von „Best-Case“- und „Worst-Case“-Szenarien in alle nur denkbare Richtungen zusätzlich abzusichern.

Das Wichtigste zu Wikifolio.com

Seit wann gibt es Wikifolio.com?

Wikifolio.com ist am 1. August 2012 an den Start gegangen. Anfang August 2017 kann die Plattform mehr als 18000 publizierte Wikifolios und mehr als 6700 investierbare Wikifolios vorweisen. Insgesamt wurde im Rahmen der wikifolios ein Handelsvolumen von rund 13 Milliarden Euro ausgelöst.

Wie erstelle ich ein Wikifolio?

Jeder kann auf Wikifolio.com ein kostenloses Musterdepot – ein Wikifolio – erstellen. Diese Strategien sind für jedermann öffentlich einsehbar. Die Trader können dazu Kommentare verfassen.

Was ist ein investierbares Wikifolio?

Unter bestimmten Bedingungen kann ein Wikifolio in Form eines Endlos-Indexzertifikats (Wikifolio-Zertifikat) abgebildet werden. Diese Zertifikate werden von der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft in Düsseldorf emittiert. Voraussetzung dafür: Der Trader braucht zehn Unterstützer, die mindestens 2.500 Euro in seine Strategie investieren würden und muss während einer 21tägigen Testphase mindestens fünf virtuelle Trades durchführen.

Wo werden die Wikifolio-Zertifikate gelistet?

Jedes Wikifolio-Zertifikat hat eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise eine ISIN und ist an der Börse Stuttgart gelistet sowie über Lang & Schwarz außerbörslich handelbar.

Wie investiere ich in ein Wikifolio?

Über die Plattform können sich Anleger über die unterschiedlichen Wikifolios informieren. Haben sie ein Wikifolio ausgewählt, können sie von der Plattform direkt zu ihrer Depotbank oder ihrem Broker gelangen und es dort kaufen.

Worin investieren die Trader?

Das Anlageuniversum umfasst mehr als 250.000 Wertpapiere. Darunter finden sich hochliquide Aktien und ETFs, aber auch Bonus- und Discountzertifikate, mit denen Anleger attraktive Renditen auch in Seitwärtsmärkten erzielen können. Spekulative Trader können Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Turbos zur Rendite-Maximierung aber auch für Absicherungszwecke nutzen.

Welche Gewinne können Trader machen?

Trader können eine Performancegebühr zwischen fünf und 30 Prozent festlegen. Diese wird immer dann ausgezahlt, wenn sie einen neuen Höchststand erreichen. Die Gebühr wird zwischen dem Trader und Wikifolio.com aufgeteilt. Der Trader bekommt je nach Investitionsvolumen maximal die Hälfte der Gebühr. Ein Rechenbeispiel: Der Trader hat mit seinem Wikifolio an einem Tag einen neuen Höchststand erreicht, der 20 Euro über dem alten liegt. Bei einer Performancegebühr von zehn Prozent werden somit zwei Euro fällig; ein Euro fließt an den Trader, einen Euro bekommt die Plattform.

Welche Gebühren entstehen dem Investor?

Die Performancegebühr wird in den Kurs des Wikifolios eingerechnet. Sie wird in der Nacht vom Tagesschlusskurs abgezogen. Auf diese Weise liegt nach Erreichen eines neuen Höchststandes der Tagesschlusskurs über dem nächsten Eröffnungskurs. Zusätzlich wird pro Jahr eine Zertifikate-Gebühr von 0,95 Prozent vom gesamten eingesetzten Kapital fällig, die ebenfalls tagesgenau berechnet und abgezogen wird.

Welche Risiken birgt der Zertifikate-Kauf?

Der Anleger trägt mehrere Risiken: Zum einen muss er darauf vertrauen, dass der Trader eine erfolgreiche Strategie beibehält oder rechtzeitig anpasst. Wie bei allen Investitionen in Wertpapiere besteht natürlich ein gewisses Kursschwankungsrisiko. Die im März 2017 eingeführte Besicherungslösung für alle wikifolio-Zertifikate sorgt dafür, dass das mit Investitionen in Zertifikate generell einhergehende Emittentenrisiko weitgehend abgesichert ist.

Wer sind die Trader?

Wer ein Wikifolio publiziert, muss den Plattformbetreibern seinen Namen, Telefonnummer und Adresse mitteilen. Die Anleger können die Traderprofile einsehen, in denen sich die Trader mit ihrem tatsächlichen Namen vorstellen und Angaben zur Erfahrung im Handel mit Wertpapieren machen. Ein Viertel der Trader ist hauptberuflich in der Finanzbranche tätig.

Was erfährt der Anleger über die Handelsstrategie?

Neben einer Beschreibung der Tradingstrategie werden sämtliche Trades, der aktuelle Depotbestand und die Kommentare des Traders veröffentlicht.

Wo kann Wikifolio genutzt werden?

wikifolio.com und wikifolio-Zertifikate gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Internationale Nutzer gibt es zusätzlich eine englischsprachige Version der Plattform.


Auf den Punkt gebracht gehen die vermeintlichen Experten davon aus, dass eine stärker wachsende Weltwirtschaft in Kombination mit einer anhaltend lockeren Geldpolitik der internationalen Notenbanken die Kurse an den Aktienmärkten 2014 tendenziell beflügeln wird. Die europäischen Börsen gelten als größter Favorit, wobei Deutschland als Exportnation besonders profitieren sollte. Zinserhöhungen in den großen Industrienationen stehen nicht zur Debatte und bei der sich wahrscheinlich fortsetzenden Drosselung der Wertpapierkäufe durch die amerikanische Fed wird nach dem angekündigten ersten Schritt zu Jahresbeginn auch danach mit einem behutsamen Vorgehen gerechnet.

Aus Mangel an renditestarken Alternativen werden Aktien demnach weiter im Fokus der Investoren stehen, die aber temporäre Rückschläge einkalkulieren und Abstriche bei den Gewinnerwartungen machen sollen. Beim Dax bewegen sich die Kursziele auf Jahressicht zumeist im Bereich um 10.000 Punkte, was in etwa dem üblichen 10-Prozent-Potenzial entspricht, welches Analysten den Aktienmärkten jedes Jahr aufs Neue zugestehen.

Wikifolio.com bat Trader mit den wikifolios in deren Zertifikate das meiste Geld investiert ist zum Interview. Sieben Trader sind dem Aufruf gefolgt und haben Einblick in ihre Erfolgsstrategie für das kommende Jahr gewährt. Die Top-Trader bei wikifolio.com können mit den üblichen Wohlfühl-Prognosen wenig anfangen. Stattdessen legen sie den Finger zum Teil sehr tief in die Wunde der durch die fünfjährige Hausse verwöhnten und zunehmend unkritischer gewordenen Börsianer.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.12.2013, 10:59 Uhr

Es gibt zwei Dinge von denen man nicht wissen will, wie sie gemacht werden. Wurst und DAX- /Wirschaftsprognosen (•‿-)

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