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25.02.2004

08:06 Uhr

Zertifikate

Zertifikate auf Hedge-Fonds-Indizes sind bei den Anlegern sehr beliebt

VonIna Kirsch

Daß Banken eigene Indizes kreieren, ist bei Hedge-Fonds gängiges Verfahren. Anleger, die bisher Zertifikate auf Meßgrößen wie den Dax erworben haben, dürfte das befremden.

„Es ist bemerkenswert: Seit es in Deutschland Hedge-Fonds als Dachfonds gibt, ist die Nachfrage nach strukturierten Hedge-Fonds-Zertifikaten extrem gestiegen", sagt Claus Hilpold, Produktmanager für Alternative Investments bei der Commerzbank. Gegenüber dem Vorjahr habe sich das tägliche Handelsvolumen des Comas Unlimited Zertifikats mehr als verdoppelt.

Für das Interesse gibt es gute Gründe: Comas Unlimited zeigt sich mit eiiner Wertentwicklung von 11,6 % seit Auflegung und einer Volatilität von 2, 3% recht stabil. Bezugsgröße des Papiers ist der von der Commerzbank berechnete Index - CARS. Der Index ist einem Dachfonds nachempfunden. „Solche Konzepte sind eine Konstruktion speziell für den deutschen Markt. Sie wurden entwickelt, um Investoren die Möglichkeit zu bieten, von breit diversifizierten Dachfonds zu profitieren", sagt David Barker, von UBS, die bereits seit vielen Jahren mit Erfolg Zertifikate auf Indizes, denen Hedge-Dachfonds zugrunde liegen, emittiert hat. Beispiel: Das UBS Global Alpha Index Zertifikat.

Dass Banken eigene Indizes kreieren, ist bei Hedge-Fonds gängiges Verfahren. Anleger, die bisher Zertifikate auf Meßgrößen wie den Dax erworben haben, dürfte das befremden. Es gibt aber einen guten, operativen Grund für diese Konstruktion: Passiv gemanagte Hedge-Fonds-Indizes, von denen es eine Vielzahl von Anbietern wie HFRI, CSFB-Tremont oder MSCI gibt, sind aus verschiedenen Gründen nicht „investierbar". Es kann sein, dass eine Bank als Emittent eines Zertifikates nicht in die im Index abgebildeten Hedge-Fonds investieren kann, weil einzelne Fonds keine Mittel mehr annehmen oder schon nicht mehr existent sind.

Für Hedge-Fonds-Zertifikate sei es wichtig, dass ein Index mit den Mittelzuflüssen der Anleger nachgebildet werden kann, sagt David Barker. Basiert ein Index auf einem Dach-Hedge-Fonds, können sich Berechnungsgrundlage und Zusammensetzung stark verändern. Claus Hilpold erläutert das für den CARS: „Ein unabhängiges Team in New York legt monatlich fest, welche Strategien am lukrativsten erscheinen und wie diese für die nächsten 6-18 Monate gewichtet werden sollen. Dann werden entsprechende Hedge-Fonds ausgewählt und der Index in die neue Richtung umgeschichtet." Aktuell umfasse der CARS-Index 42 Fonds mit neun Strategien. Am stärksten gewichtet ist mit 18,6 % die Strategie Convertible Arbitrage und mit 17 % die Strategie Fixed Income Arbitrage. Die Commerzbank plant neue Zertifikate auf Hedge-Fonds-Indizes.

Ina Kirsch ist freie Wirtschaftsjournalistin in Hamburg.

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