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09.01.2010

10:00 Uhr

Zertifikate

Die spannendsten Trends für Anleger

VonMatthias von Arnim

Das Jahr 2008 war ein Flop, 2009 dagegen top. Nach dem Börsencrash vor zwei Jahren und der Turbo-Hausse im vergangenen Jahr starten Anleger mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr 2010. Handelsblatt ZertifikateNews stellt vielversprechende Trends vor.

Durch die Fußball-WM in Südafrika rückt der afrikanische Kontinent 2010 auch in den Fokus der Anleger. Bei Afrika-Investments sind die Risiken jedoch hoch. Quelle: dpa

Durch die Fußball-WM in Südafrika rückt der afrikanische Kontinent 2010 auch in den Fokus der Anleger. Bei Afrika-Investments sind die Risiken jedoch hoch.

DÜSSELDORF. Investoren können rundum zufrieden auf das Jahr 2009 zurückblicken. Seit März stiegen die Kurse für Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Auslöser für die Hausse war, da sind sich die Experten ausnahmsweise einig, die Geldschwemme, mit der die Zentralbanken die Welt fluteten. Weltweit wurden 214-mal die Leitzinsen gesenkt. In den USA werden die Dollar seit Dezember 2008 de facto zinsfrei an die Banken verteilt. "Liquidität im Überfluss und in vielen Fällen historisch niedrige Zinssätze haben zu einem sehr freundlichen Aktienmarktumfeld geführt", beschreibt Virginie Maisonneuve, Leiterin globale und internationale Aktien bei Schroders vorsichtig die rotierende Gelddruckmaschine.

Dieser außergewöhnliche Börsenkurs-Beschleunigungs-Faktor wird nicht zeitlich unbegrenzt fortbestehen können. Viele Staaten sind am Rand ihrer finanziellen Leistungsmöglichkeiten, etliche mittlerweile hoffnungslos überschuldet, nicht nur in Europa. Deshalb werden die fiskalischen Impulse zur Stützung der Konjunktur in den kommenden zwölf Monaten wahrscheinlich geringer ausfallen als im Vorjahr.

Gleichzeitig werden die Zinsen vermutlich nicht weiter fallen. "Die zentrale Herausforderung für die entwickelten Volkswirtschaften wird darin bestehen, den perfekten Ausstiegszeitpunkt aus der Niedrigzinspolitik zu finden: nicht zu rasch oder zu früh, um das Wachstum nicht abzuwürgen; aber auch nicht zu langsam oder zu spät, um die Finanzmärkte nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen", sagt Pierre Cailleteau, Managing Director in der für Länderratings zuständigen Global Sovereign Risk Group bei der Ratingagentur Moody's. Wann der Zinsspiegel in Europa, den USA und in den Industrieländern Asiens wieder steigt, ist noch nicht abzusehen. Doch es gibt Signale. Australien hat seit August bereits dreimal die Zinsen wieder angehoben, Israel und Norwegen jeweils zweimal. "Diese Beispiele werden natürlich Schule machen. In Ländern wie China lässt man die Konjunkturmaßnahmen bereits graduell auslaufen", so Virginie Maisonneuve von Schroders.

Geld wird mittelfristig also wieder teurer. Die Folge: Anleger werden genauer hinschauen, wie und wo sie am Aktien- oder Rohstoffmarkt investieren, denn die erzielbaren Renditen dort stehen in Konkurrenz zum Zinsmarkt. Zertifikate bieten in diesem Zusammenhang außergewöhnliche Chancen. Denn mit ihnen können Anleger ohne viel Aufwand in alle Anlageklassen und fast alle Weltregionen investieren - und auch dann positive Renditen erzielen, falls die Kurse stagnieren oder sogar sinken.

Höhere Volatilität

Für die meisten westlichen Industrieländer gilt: Das Schlimmste scheint überwunden, doch von einer starken und nachhaltigen Erholung der Wirtschaft kann in den USA und den Staaten der Europäischen Union keine Rede sein. "Unsere Wachstumsprognose für die USA liegt für 2010 bei 2,9 Prozent. Das ist allerdings noch kein Garant für eine Rückkehr zu dauerhaft hohen Wachstumsraten", sagt Stefan Schilbe, Chefvolkswirt bei HSBC Trinkaus. Gerade die USA haben gleich an mehreren Fronten mit den Auswirkungen der Finanzkrise zu kämpfen: "Die Arbeitslosenquote befindet sich auf einem 26-Jahreshoch, die Lohnsummen sinken weiter, die privaten Haushalte sind mit durchschnittlich rund 124 Prozent des verfügbaren Einkommens massiv überschuldet. Gleichzeitig sind die Banken sehr zurückhaltend bei der Kreditvergabe", erklärt Schilbe.

Kurzum: Es ist nicht zu erwarten, dass die US-Konsumenten wie bisher die Konjunktur in den Vereinigten Staaten mit höheren Ausgaben antreiben werden. Ähnliches gilt für die Eurozone. "Sorgenkind der EU bleibt der Arbeitsmarkt. Mit mehr als einer Stabilisierung der Konsumausgaben ist deshalb nicht zu rechnen. Insgesamt erwarten wir für die Eurozone ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent", so Schilbe.

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