Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.06.2012

12:20 Uhr

Zertifikate

Entspannt in turbulenten Börsenphasen

Reverse Discount- und Reverse Bonusprodukte spielen ihre Stärken besonders in stagnierenden und fallenden Aktienmärkten aus. Davon abgesehen können sie einen sinnvollen Beitrag zur Stabilisierung des Depots leisten.

Frühlingsblumen sprießen in einem Topf unter der Verlaufskurve des Dax. Quelle: dpa

Frühlingsblumen sprießen in einem Topf unter der Verlaufskurve des Dax.

Auch wenn der Sommer hierzulande noch nicht endgültig Einzug gehalten hat, fiel das Wochenende in weiten Teilen Deutschlands doch schon recht vielversprechend aus. Blauer Himmel und Temperaturen machen Lust auf die kommenden Wochen und Monate, in denen sich das Leben bei steigenden Temperaturen und länger werdenden Tagen verstärkt ins Freie verlagern wird. Gleichzeitig wird allerdings die Motivation sinken, in der überhitzten Bude vor dem Computer zu sitzen und sich während der meist viel zu geringen Freizeit auch noch intensiv mit dem Kauf und Verkauf von Aktien oder Zertifikaten auseinanderzusetzen. Gleichwohl machen die Risiken an den Kapitalmärkten keine Pause. So wird uns die Entwicklung in Griechenland – um nur ein Beispiel zu nennen – wohl den gesamten Sommer über begleiten.

Dass sich mit den Neuwahlen am 17. Juni alles zum Besseren wendet, ist schließlich stark zu bezweifeln. Zu viele Fragen bleiben offen: Kommt es nach der Wahl zu einer stabilen Regierung? Wird diese den Sparkurs beibehalten und den Schuldendienst fortsetzen? Oder werden die Hellenen, wie von vielen Experten vermutet, den Euro tatsächlich aufgeben und damit weiteres Ungemach an den Börsen auslösen? Was geschieht dann mit Portugal, Irland und insbesondere Spanien, Europas viertgrößter Volkswirtschaft?

Aktienhandel: Saisonalitäten am Aktienmarkt

Aktienhandel

Saisonalitäten am Aktienmarkt

Das Sprichwort „Sell in may and go away… “ hat angesichts einer durchschnittlich eher bescheidenen Dax-Perfomance in den Sommermonaten nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Doch wo liegen die Gründe?

Dabei spiegelt sich die zuletzt wieder deutlich gestiegene Unsicherheit über die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten auch in der impliziten Volatilität wider. So ist der von der Deutschen Börse berechnete VDax-New in den vergangenen acht Wochen um gut zehn Prozentpunkte angestiegen. Derzeit notiert der Index – auch Angstbarometer der Börse genannt – bei über 27. Es kann somit keinesfalls schaden, das Anlagerisiko etwas zu reduzieren und über die kommenden Monate hinweg für eine erhöhte Stabilität des Depots zu sorgen, so dass nicht nur das gesellige Grillen am Abend auf der Terrasse, sondern auch der möglicherweise demnächst anstehende Sommerurlaub in aller Ruhe genossen werden können. Dies gilt umso mehr, als sich der deutsche Aktienindex trotz der jüngsten Verluste im laufenden Jahr immer noch in positivem Terrain befindet und die statistisch betrachtet schwächsten Börsenmonate des Jahres in den Sommer bzw. den frühen Herbst fallen (siehe „Saisonalitäten am Aktienmarkt“).

Hebelprodukte

Contracts for Difference (CFD)

Mit CFDs – auch Differenzkontrakte genannt – partizipieren Anleger an steigenden und fallenden Kursen unterschiedlicher Basiswerte. Über einen Hebel, der weit über 100 Prozent sein kann, können sie dabei ein Vielfaches des eingesetzten Kapitals gewinnen – oder auch verlieren. CFDs sind keine Wertpapiere, CFD-Anleger haben keine Rechte an dem Basisinstrument.

Optionsschein

Ein Optionsschein ist ein derivatives Finanzinstrument, mit dem Anleger gehebelt von der Kursbewegung eines Basiswerts profitieren können. Optionsscheine sind verbriefte Wertpapiere. Ein Kaufoptionsschein (Call) verbrieft das Recht, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einer festgelegten Zeit beziehen zu können. Der Verkaufsoptionsschein (Put) verbrieft dagegen das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu verkaufen.

Hebelzertifikat

Mit einem Hebelzertifikat können Investoren einen Basiswert, beispielsweise eine Aktie, zu einem günstigeren Preis kaufen. Hebelzertifikate werden auch unter dem Begriff Knock-out-Produkte angeboten, die je nach Emittent Waves, Mini-Futures, Classic/Unlimited/BEST oder Smart Turbos oder einfach nur Turbos heißen. Hebelzertifikate haben eine Knock-out-Grenze, bei der das Zertifikat wertlos wird. Durch den Hebel partizipieren Anleger stärker an den Kursschwankungen des zugrunde liegenden Basiswerts. Verlieren können Anleger nur den eingesetzten Betrag.

Hebel-ETF

Auch börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF), die die Entwicklung eines Index eins zu eins nachbilden, gibt es mit Hebel. Diese Hebel-ETFs gibt es als Long- und als Short-Version. Verlieren können Anleger nur den eingesetzten Betrag.

Gerade dieser Zeitraum steht uns noch bevor. Am einfachsten lässt sich das Risiko natürlich dadurch reduzieren, indem ein Teil der Risikopositionen – in der Regel also Aktien oder andere auf steigende Märkte ausgerichtete Wertpapiere – verkauft und das freigesetzte Kapital auf dem Festgeldkonto geparkt wird. Attraktive Renditen lassen sich mit dieser Strategie beim aktuellen Zinsniveau aber nicht erzielen. Interessanter erscheint es deshalb, das Depot um Wertpapiere zu ergänzen, die ihre Stärken auch bzw. insbesondere bei stagnierenden und fallenden Aktienmärkten ausspielen und damit in gewisser Weise einen Gegenpol zu den übrigen Positionen bilden. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Reverse Discountund Reverse Bonuszertifikate.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×