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24.09.2012

11:15 Uhr

Zertifikate-Handel

Derivate-Verband rät nicht zur Zurückhaltung

Bei Zertifikaten nicht zu sehr zaudern, das rät der Deutsche Derivate Verband (DDV) Anlegern und Anbietern. Investoren entgingen sonst viele Chancen. Mit dem Gesamtvolumen des dMarktes zeigte sich der DDV zufrieden.

Bei Zertifikaten nicht zu sehr zaudern: Dazu rät der DDV. dpa

Bei Zertifikaten nicht zu sehr zaudern: Dazu rät der DDV.

FrankfurtDer Deutsche Derivate Verband (DDV) warnt Anleger und Anbieter vor übertriebener Risikoscheu im Handel mit Zertifikaten. „Beim Anlegerschutz müssen wir aufpassen, dass nicht des Guten zu viel getan wird“, sagte der geschäftsführende DDV-Vorstand Hartmut Knüppel der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. „Das regulatorische Korsett wird immer enger und verstärkt die Tendenz, dass immer mehr Anlegern risikoarme, aber auch renditeschwache Produkte angeboten werden.“

Viele Berater wollten die gestiegenen Haftungsrisiken nicht eingehen, erklärte Knüppel die Zurückhaltung auch beim Vertrieb bestimmter Produkte. Damit entgingen den Investoren jedoch Chancen. „Absolute Sicherheit ist selten die beste Lösung, denn gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase könnten Anleger mit einem geringen Risiko weit bessere Renditen erzielen. Das Motto vieler Anlegerschützer und Politiker 'Sicherheit über alles' führt letztlich zu weniger Wohlstand und mit Blick auf die Inflation sogar zu realen Vermögensverlusten weiter Teile der Bevölkerung“, sagte Knüppel vor dem Deutschen Derivate-Tag am Montag in Frankfurt.

Bei den Zertifikate-Anlegern müssten nach Ansicht des DDV-Vorstandes zwei große Gruppen unterschieden werden. „Erstens diejenigen, die Zertifikate nach einer ausführlichen Anlageberatung erwerben und zweitens die Selbstentscheider, die Zertifikate ohne Beratung kaufen.“ Die risikoreichen Hebelprodukte würden ausschließlich von Selbstentscheidern gekauft. „Den Beratungskunden, die Anlagezertifikate erwerben, geht es vor allem um Sicherheit. Deshalb sind mittlerweile zwei Drittel des Marktvolumens in Zertifikate mit 100-prozentigem Kapitalschutz investiert.“

Dass die Umsätze am deutschen Derivatemarkt 2012 bisher stets unter den Zahlen vom Vorjahr lagen, führt Knüppel auf die Unsicherheit der Anleger im Zuge der Euro-Schuldenkrise zurück. „Zertifikate zählen zu den flexibelsten Finanzinstrumenten überhaupt, setzen aber in der Regel voraus, dass der Anleger eine klare Marktmeinung zum Basiswert - sei es eine Aktie oder ein Index - hat.“ Viele Anleger hätten in der Krise aber nicht gewusst, wohin die Reise geht. „Auch aufgrund der jüngsten EZB-Maßnahmen stellen wir aber derzeit wieder eine leichte Belebung der Börsenumsätze fest“.

Kommentare (1)

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30.09.2012, 08:50 Uhr

Das ist zu 100 % richtig. Bevor man selbst eine Entscheidung trifft, sollte man sich genügend informieren. Es ist immer einfach die Schuld bei anderen zu suchen und die Verantwortung für sein eigenes Handeln abzugeben.

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