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06.04.2006

15:32 Uhr

Zertifikate-Strategie

Lufthansa attackiert Billigflieger

VonFlorian Kolf

Nach einem kräftigen Gewinnschub im Geschäftsjahr 2005 leitet Lufthansa eine Generaloffensive im hart umkämpften deutschen Flugmarkt ein. Eine veränderte preispolitische Strategie zielt auf die kapitalschwachen Mitbewerber Air Berlin, DBA und LTU.

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FRANKFURT. Der größte deutsche Luftfahrtkonzern bietet Flugziele innerhalb Europas künftig flächendeckend ab 99 Euro inklusive Steuern, Gebühren und Kerosinzuschlägen an. Bisher war dieser Tarif, der unterm Strich an die preiswertesten Konditionen der Billigflieger heranreicht, auf einzelne Standorte wie Hamburg oder Düsseldorf beschränkt.

Ab April sollen durchschnittlich 350 000 Plätze pro Monat zum 99-Euro-Tarif angeboten werden. Dieses Volumen entspricht pro Tag etwa 100 einfachen Flügen mit einer voll besetzten Boeing 737, die künftig zu Billigtarifen unters Volk gestreut werden. „Diese Offensive von Lufthansa ist auf jeden Fall Erfolg versprechend“, sagte Luftfahrtexperte Dieter Schneiderbauer von Mercer Management Consulting.

Wie es in Unternehmenskreisen hieß, will Lufthansa mit dieser Aktion insbesondere Marktanteile an Flughäfen wie München, Düsseldorf, Berlin-Tegel oder Stuttgart ausbauen.

Abseits seines Heimat-Drehkreuzes Frankfurt ist der Konzern unter massiven Druck der Billigflieger geraten. „Wenn man in den Wettbewerb eintritt, muss man ihn auch aushalten können“, sagte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber gestern mit Blick auf die Expansionspläne bei den Konkurrenten Air Berlin und DBA. Der deutsche Flugmarkt sei „der mit Abstand wettbewerbsintensivste in ganz Europa“, betonte er.

Neben der seit Jahren forsch expandierenden Air Berlin und der frisch sanierten DBA suchen auch ausländische Billigflieger wie Easyjet und Ryanair sowie der Tui-Billigflieger HLX ihr Heil in der Offensive. Zudem hat das Lufthansa-Lager mit Germanwings und Condor zwei eigene Billigableger zur Abwehr in die Luft geschickt, die außerhalb der Konzernstrukturen günstiger operieren können.

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