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07.04.2006

09:31 Uhr

Zertifikate

Strategien für den Börsenskeptiker

VonChristian Kirchner und Jürgen Röder

Marktneutrale Strategien eignen sich für Börsenskeptiker. Grundgedanke dabei: Ich will auch Gewinn, wenn die Börsen fallen. Das kann mit verschiedenen Ansätzen klappen. Ein Überblick über das aktuelle Angebot und darüber, wie die Performance der Produkte aussieht.

DÜSSELDORF. Die Rendite entspricht der Performance-Differenz zwischen zwei Werten. Solange der eine Wert besser läuft, erzielt der Anleger stets Gewinn.

Marktneutrale Gewinne versprechen auch so genannte Victory-Zertifikate, die unter den Spezialpapieren derzeit besonders gut verkauft werden. Vor dem Gewinn steht allerdings eine Hürde: Erst muss der Basiswert des Zertifikats über eine festgelegte Schwelle klettern, dann beginnt das Rennen um die Rendite. Dabei haben die Papiere zwei Vorteile: Erstens, wenn der Basiswert bis zur festgelegten Schwelle steigt, wird dieser Gewinn schon einmal gesichert. Zweitens gibt es dann noch einen Zusatzgewinn bei sinkenden oder steigenden Kursen.

Am Beispiel eines Victory-Zertifikats (SAL5MP) auf den europäischen Aktienindex Euro Stoxx sieht das wie folgt aus: Steigt der Index vom Basispreis 3280 auf das Schwellenniveau von 3956 Punkten, sind das 20,6 Prozent Anfangsgewinn. Die werden nach der Kletterpartie eingefroren.

  Profi-Strategie im Depot

Sollte der Euro Stoxx nun auf 5000 marschieren, kommen 26,4 Prozent hinzu; sinkt er auf 3000 werden 24,2 Prozent addiert. Der empfindliche Punkt dieser Strategie ist die anfängliche Gewinnschwelle. Wird sie nicht erreicht, kommt die ganze ausgeklügelte Taktik nicht zum Zug. Wer also auf diese Papiere setzt, sollte unbedingt darauf achten, dass der Basiswert die anvisierte Gewinnschwelle auch wirklich nehmen kann.

Themenzertifikate erleben derzeit ein Comeback. Sie hatten vor fünf bis sechs Jahren in der Jubelhausse um Internet- und Biotechaktien ihre große Zeit – und gingen anschließend sang- und klanglos unter. Im Unterschied zu den damals grob gestrickten Körben, bei denen nur die anfängliche Teilung auf wenige Aktien festgeschrieben wurde und Anleger dann auf sich gestellt waren, sind die neuen Branchenpapiere systematischer aufgebaut. Sie verbinden das Investment in viel versprechende Branchen wie regenerative Energien oder Wasserversorgung mit einem Auswahlfilter entsprechender Aktien nach Kennzahlen wie Börsenwert oder Umsatzanteil im speziellen Branchengeschäft.

In regelmäßigen Abständen wird neu gefiltert. Da die Papiere in der Regel ohne feste Laufzeitgrenze ausgestattet sind, bleibt genug Luft, die Branchenstrategie auch in Korrekturphasen durchzuhalten.

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