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22.08.2013

11:38 Uhr

Zertifikate-Suche

Eon-Aktie vor der Trendwende?

VonJürgen Röder

Das Papier des Energiekonzerns bietet aus charttechnischer Sicht nicht nur spekulativen Anlegern eine Einstiegschance. Mit welchen Finanzprodukten Anleger auf Eon setzen und sie auch selbst finden können.

Zentrale von Eon Ruhrgas in Essen: Nach der Vorlage der Geschäftszahlen hat sich der Aktienkurs stabilisiert. dpa

Zentrale von Eon Ruhrgas in Essen: Nach der Vorlage der Geschäftszahlen hat sich der Aktienkurs stabilisiert.

DüsseldorfNachdem der Energieversorger Eon vor einigen Tagen seine Geschäftszahlen vorgelegt hat, stabilisiert sich der Aktienkurs. Offenbar erwarten Anleger keine negativen Überraschungen mehr. Zumal auch Eon-Chef Johannes Teyssen sich mit den bisherigen Fortschritten beim Verkauf von einzelnen Sparten des Konzerns zufrieden zeigt. Eon ist derzeit dabei, Teile seines Geschäftes abzustoßen um seine hohen Schulden zu reduzieren. Das ursprüngliche Ziel, dadurch 15 Milliarden Euro zu erlösen, habe der Konzern schon jetzt deutlich übertroffen – daher peile man nun 20 Milliarden Euro an.

Aus Sicht der Charttechnik bietet die Aktie spekulativen Anlegern nun die Chance auf eine mögliche Trendwende, meint Experte Gregor Bauer. „Dazu muss jedoch zunächst der Doppelboden abgeschlossen werden, der sich zurzeit im Tief um zwölf Euro bildet“, erläutert der Chartanalyst. Seiner Meinung nach sollte der Einstieg daher erst beim Ausbruch über den Widerstandsbereich, also ab 13 Euro erfolgen.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

„Nach den Quartalszahlen muss jetzt zunächst frisches Geld in die Aktie fließen, um den begonnenen Aufwärtsimpuls fortzusetzen“, erläutert Bauer.  Kurzfristig orientierte Trader können seiner Ansicht nach mit einem hohen Hebel auch auf einen Abprall nach oben setzen. „Aber erst, wenn der Kurs an der Unterseite um zwölf Euro wieder nach oben dreht“, sagt der Charttechniker. Das Kursziel liegt dann bei 13 Euro.

Neben Optionsscheinen und Mini-Future können Anleger auch mit Faktorzertifikaten auf Kursanstiege setzen. Diese Produkte besitzen im Gegensatz zu anderen spekulativen Derivaten keine Knock-Out-Schwelle, an der das Investment wertlos verfällt.

Faktorzertifikate sind für trendstarke Situationen geeignet, nicht für Seitwärtsphasen. Den höchsten Hebel bietet das Produkt der Commerzbank (WKN: CZ6SNS), das Gewinne mit dem Faktor fünf hebelt. Verluste natürlich auch.

Kommentare (7)

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22.08.2013, 14:04 Uhr

Schon wieder so eine Looseraktie, die in die Privatdepots gepusht werden soll.

"Aus Sicht der Charttechnik" ist die EON seit Jahren in einem einwandfreien, ungebrochenen Abwärtstrend, und das aus sehr guten Gründen. Wozu jetzt die Aufforderung, sich mutig unter das fallende Messer zu legen?

Hört doch endlich mal auf, die Leute ständig für dumm zu verkaufen. 90% der Aktien im DAX und MDAX sind eine bessere Wahl als die EON. Und das ist ungelogen.

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22.08.2013, 16:10 Uhr

@ Urias001

Ich denke, so einfach ist es nicht. Lassen wir einmal die Charttechnik beseite. Ich schaue ja auch nicht in den Rückspiegel, wenn ich das Auto um die vor mir liegende Kurve lenken muss.

Betrachten wir statt dessen die Rahmenbedingungen. Man muss einfach sehen, dass die Versorger wegen der "Energiewende" und insbesondere wegen des EEG in Schwierigkeiten sind. Nun haben alle Parteien angekündigt, dass sie sofort nach der Wahl das EEG von Grund auf renovieren wollen. Die AfD verlangt, die Finanzierung der "erneuerbaren" Energieen nicht mehr über den Preis, sondern durch Steuermittel zu organisieren. Frau von Storch von der AfD fordert sogar die Abschaffung des EEG (was das einzig Vernünftige wäre).

Die Altparteien lassen sich bisher nicht in die Karten gucken, weil sie keine Wählergruppen verprellen wollen. Man kann aber davon ausgehen, dass auch sie ein Zurückfahren des EEG wollen. Die Realität, nämlich die unaufhaltsame Strompreisexplosion, die auf Konto des EEG geht, wird m.E. ein ganz radikales Zurückfahren dieses Nonsensegesetzes erzwingen.

Mit anderen Worten: Das Würgeeisen, das die Politik den Versorgern um den Hals gelegt hat, wird gelockert und vermutlich sogar ganz entfernt werden. Man wird der Vernunft und den Gesetzen der Physik wieder eine Chance geben, weil es nicht anders geht. Das sollte den Versorgern eine allmähliche Rückkehr zu alter Stärke ermöglichen.

Ich räume ein, dass das eine Spekulation auf eine Rückkehr der Politik zur Vernunft ist. So etwas soll ja vorkommen, wenn die Not zu groß geworden ist. Aber es ist m.E. eine durchaus begründete Spekulation.

Account gelöscht!

22.08.2013, 16:51 Uhr

" Aus Sicht der Charttechnik " ist das Papier tot. Seit 2007 geht der Kurs bergab. Vor zwei Tagen wurde wieder einmal ein Verkaufssignal gebildet. Waehrend bei anderen Firmen seit 2009 die Kurse sich massiv verbesserten, ging es bei E.ON stetig nach Sueden. Das Management war nicht in der Lage oder Willens den Trend zu beeinflussen. Das Papier hat massiv Probleme und da ist keinerlei Phantasie. Wo soll ein Kurs von 13 Euros herkommen? Wie kann man ein derartiges Papier empfehlen? Oder der Autor weiss etwas was wir nicht wissen.....

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