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25.01.2009

15:40 Uhr

Zertifikate

Wasser-Zertifikate: Blaues Gold im Depot

VonStefan Schneider

Bereits seit einigen Jahren weckt das Thema Wasser das Interesse von Anlegern. Darauf haben Banken reagiert und entsprechende Wasser-Zertifikate emittiert. Auch sie konnten sich dem Abwärtstrend im Jahr 2008 nicht entziehen. Die Gewinne dürften aber langfristig fließen.

Illustration: Adja Schwietring. Zur Vollansicht bitte anklicken. Quelle: Handelsblatt ZertifikateNews

Illustration: Adja Schwietring. Zur Vollansicht bitte anklicken. Quelle: Handelsblatt ZertifikateNews

DÜSSELDORF. Wasser ist eigentlich ein Rohstoff. Und er wird immer knapper. Das hat mehrere Gründe. Zwar ist die Erde zu zwei Dritteln von Wasser bedeckt, aber dabei handelt es sich um Meerwasser, das nicht ungefiltert als Trinkwasser genutzt werden kann. Süßwasser hat weltweit nur einen Anteil von 2,5 Prozent, allerdings ist ein Großteil im Polareis gefroren, so dass nur ca. ein Prozent des globalen Wassers als Trinkwasser genutzt werden kann. Das ist regional auch höchst unterschiedlich verfügbar.

Nach Angaben der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat Europa acht Prozent der weltweiten Trinkwasservorräte, wird aber aufgrund seiner Bevölkerungsentwicklung in Zukunft 13 Prozent benötigen. In Südamerika sieht die Lage besser aus. 26 Prozent der Vorräte steht ein Bedarf von sechs Prozent gegenüber. Dramatisch wird es hingegen in Asien. Die dort lebende Bevölkerung braucht 60 Prozent der weltweiten Trinkwasservorräte, kann aber nur auf 36 Prozent zurückgreifen. Denn häufig werden Seen oder Flüsse durch ungefilterte Abwässer verschmutzt und sind so nicht mehr für den Menschen nutzbar. Beispielsweise sind drei Viertel aller chinesischen Flüsse so verschmutzt, dass das Wasser nicht trinkbar ist. 400 der 668 größten Städte aus dem Reich der Mitte gelten bereits als unterversorgt.

Die von der UNO prognostizierte Bevölkerungsentwicklung dürfte das Problem der Wasserversorgung ebenfalls verschärfen. Derzeit leben 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Bis zum Jahr 2025 dürfte die Zahl auf 8,0 Milliarden ansteigen, bis zum Jahr 2050 sogar bis auf 8,9 Milliarden. Gleichzeitig steigt in vielen Schwellenländern der Wohlstand. Damit wird auch der Wasserverbrauch höher - vor allem zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Bereits jetzt entfallen 70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs auf die Landwirtschaft. Industrie mit 21 und private Haushalte mit neun Prozent nehmen hingegen nur einen vergleichsweise geringen Teil ein. Zur weiteren Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion wird mehr Wasser benötigt als heute, was die Nachfrage ebenfalls erhöht.

Attraktive Geschäftsfelder

Die Zahlen belegen, dass Wasser in Zukunft ein immer knapperes Gut wird. Der eigentliche Marktmechanismus von Preissteigerungen bei geringerem Angebot und steigender Nachfrage funktioniert bei Wasser nur bedingt. Zwar steigt der Wasserpreis in Deutschland kontinuierlich. Allerdings lässt sich nicht wie bei anderen Rohstoffen, zum Beispiel Weizen, Zucker und Öl, auf Preisveränderungen spekulieren. Schließlich wird Wasser an keiner Börse gehandelt und es gibt auch keine Futures. Anleger können somit also nur in Unternehmen investieren, die mit dem Wassergeschäft Geld verdienen.

Der internationale Wassermarkt ist nach Einschätzung des Nachhaltigkeitsresearchs der Zürcher Kantonalbank lukrativ. Auf rund 420 Milliarden US-Dollar jährlich taxiert die ZKB den globalen Markt für Wassertechnologien und Dienstleistungen, wovon alleine etwa 320 Milliarden US-Dollar auf die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung entfallen. Dazu zählen vor allem die Verteilung und das Management der Ver- und Entsorgung.



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