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25.09.2011

11:39 Uhr

Zins-Produkte

Anleger fliehen nach Skandinavien

VonMatthias von Arnim

Die Bindung des Franken an den Euro hat an den Börsen zu einem Ansturm auf skandinavische Währungen geführt. Wer solide Gewinne einfahren will, fährt auch mit dem kanadischen Dollar gut - zumindest momentan.

Die Bindung des Franken an den Euro treibt Anleger zum kanadischen Dollar und zu skandinavischen Währungen. dpa

Die Bindung des Franken an den Euro treibt Anleger zum kanadischen Dollar und zu skandinavischen Währungen.

FrankfurtDie europäische Gemeinschaftswährung erlebt derzeit ihre bisher schwerste Bewährungsprobe. Immer neue Schreckensmeldungen aus den Finanzministerien einzelner Mitgliedstaaten haben in den vergangenen Monaten die Gemeinschaftswährung Euro immer wieder unter Druck gesetzt. Internationale Investoren haben aus Angst vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise ihr Kapital aus dem Euro abgezogen und investierten nun in vermeintlich sicherere Währungen – beispielsweise den Schweizer Franken.

Die Folge: Der Wert des Frankens stieg fast bis auf Parität zum Euro – mit unangenehmen Folgen für die eidgenössische Wirtschaft. Der Export und die Einnahmen aus dem Tourismus gingen zurück. „Made in Swiss“ war einfach zu teuer geworden.

Vor zwei Wochen schließlich hat die Schweizer Nationalbank die Reißleine gezogen und für den Franken ein Mindestkursziel von 1,20 Franken pro Euro festgesetzt. Obwohl diese Maßnahme in den Wochen zuvor mehrfach diskutiert worden war, hat der politische Eingriff zahlreiche Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Der Euro sprang innerhalb von Sekunden von 1,10 auf 1,20 Schweizer Franken. Die Notenbank ist entschlossen, dieses Kursniveau zu halten.

Diese Währung als Fluchtziel aus dem Euro fällt somit erst einmal aus – oder ist nur noch abgebrühten Zockern zu empfehlen, die darauf setzen, dass die eidgenössische Notenbank den Kampf gegen Franken-Spekulanten verliert. Privatanleger, die davon ausgehen, dass der Euro auch weiterhin Schwäche gegenüber anderen Währungen zeigen wird, können ihr Geld in schwedische oder norwegische Kronen anlegen. Die beiden skandinavischen Währungen haben in den zurückliegenden zwölf Monaten gegenüber dem Euro Stärke bewiesen.

Kommentare (11)

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CH-Gast

25.09.2011, 13:14 Uhr

Der CHF wurde nicht an den € gebunden (wie Fr. Merkel fälschlicherweise im BT behauptet hat), sondern die SNB setzte lediglich einen min. Kurs fest. Andere Bewegungen CHF/€ sind frei.
Der Effekt für die €-Katastrofe: die SNB kauft im grossen Stil € Anleihen aus D, damit steigen die Zinsen der Anleihen aus PIIGS+F und der Zefallsprozess der EU wird beschleunigt.
Ausserdem kommt D in eine "Zinsknechtschaft" der Schweiz, analog USA gegeüber China.
Also liebe Deutsche artbeitet fleissig und zahlt Eure Zinsen aus Ihren Steuern an uns. Danke.

@CH-Gast

25.09.2011, 13:39 Uhr

Als Schweizer würde ich die Klappe mal nicht so groß aufreißen. Denn wenn bei euch die UBS und die CS hopps gehen, haftet jeder Eidgenosse mit CHF 21.000,00 !!!

Gastwirt

25.09.2011, 13:45 Uhr

Als Deutscher würde ich würde ich die Klappe mal nicht so groß aufreißen. Denn wenn bei euch Griechenland hopps geht, haftet jeder Deutsche mit EUR 21.000,00 !!!
So, welches Szenario ist nun absehbarer?

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