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30.04.2014

23:47 Uhr

Zins bleibt auf Rekordtief

Fed fährt monatliche Anleihenkäufe weiter zurück

Die US-Notenbank zieht die Zügel ihrer Geldpolitik weiter an: Ihr Anleihekaufprogramm wird noch einmal um zehn Milliarden Dollar pro Monat reduziert. Der Leitzins bleibt allerdings auf seinem Rekordtief.

Fed-Chefin Janet Yellen: Der Zins bleibt auf Rekordtief. ap

Fed-Chefin Janet Yellen: Der Zins bleibt auf Rekordtief.

WashingtonDie US-Zentralbank Federal Reserve fährt ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren weiter zurück. Der Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren werde zum vierten Mal in diesem Jahr um 10 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) pro Monat zurückgefahren, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in Washington mit.

Damit sinkt die Summe von ursprünglich 85 auf künftig 45 Milliarden Dollar monatlich. Experten hatten mit dem Schnitt gerechnet. Der Leitzins hingegen bleibt unverändert zwischen null und 0,25 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008, als sich weltweit die schwere Finanzkrise ausgebreitet hatte.

An diesem Zinsniveau will die Fed auch vorerst nicht rütteln. Eine Kursänderung machte die Zentralbank in ihrer Erklärung vom Mittwoch erneut von einer Annäherung der Inflationsrate an die Zielmarke von zwei Prozent sowie Fortschritten auf dem Arbeitsmarkt hin zur Vollbeschäftigung abhängig.

Ein Zinsanstieg könnte Anfang 2015 festgelegt werden

Mit einer Erhöhung des Leitzinses wird im kommenden Jahr gerechnet. Fed-Chefin Janet Yellen hatte Mitte März angedeutet, dass ein Zinsanstieg bereits im ersten Halbjahr 2015 festgelegt werden könnte.

„Das Wachstum der Wirtschaftsaktivität hat nach der scharfen Verlangsamung jüngst wieder zugenommen“, erklärte der Offenmarkausschuss (FOMC) der US-Notenbank am Mittwoch nach seiner Sitzung in Washington. „Die Ausgaben der Haushalte scheinen schneller zu steigen.“

Zudem bekräftigte die Fed, dass der Zinssatz für eine „beträchtliche Zeit“ nach dem Ende des Bondkauf-Programms auf dem Niveau bleiben werde. Der Zinsausblick, die so genannte „Forward Guidance“ wurde beibehalten. Demzufolge will die Fed weiterhin „eine breite Auswahl an Informationen“ in Betracht ziehen, bevor der Leitzins erhöht wird.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Die Fed änderte bei der zweitägigen Sitzung ihres Offenmarktausschusses in der US-Hauptstadt auch nichts an ihrem Ausblick, die Zinsen wohl erst „beträchtliche Zeit“ nach dem vollständigen Ende des Anleihen-Kaufprogramms wieder anzuheben. Fachleute rechnen mit Mitte 2015 als Zeitpunkt. Der Ausschuss verabschiedete die Maßnahmen einstimmig.

Kurz zuvor hatte die Regierung in Washington das Wachstum zwischen Januar und März lediglich mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,1 Prozent angegeben. Im Schlussquartal 2013 hatte der Wert noch 2,6 Prozent betragen. Die Fed geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Wirtschaftsaktivität inzwischen bereits wieder zugenommen hat. Vor allem gäben die Konsumenten wieder mehr Geld aus.

Kommentare (2)

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30.04.2014, 20:21 Uhr

as we like it: die märkte werden an die realität gewöhnt.
gute entscheidung.

Account gelöscht!

02.05.2014, 15:34 Uhr

Ursprünglich sollte jetzt die Zinswende eingeleitet werden,dass die FED die eigenen Regeln bricht,werden spätere Chronisten sicher nicht positiv beurteilen.

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