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14.06.2017

15:02 Uhr

Zinsentscheid

Worauf die Investoren bei der Fed achten werden

VonFrank Wiebe

Allgemein wird erwartet, dass die Fed-Chefin Janet Yellen zum zweiten Mal die Zinszügel anzieht – auf 1,0 bis 1,25 Prozent. Doch die Finanzmärkte warten auch auf eine Vorhersage zum weiteren Verlauf der Zinsen.

Der Ausblick der Notenbankchefin wird mit Spannung erwartet. dpa

Janet Yellen

Der Ausblick der Notenbankchefin wird mit Spannung erwartet.

New YorkEs gilt als so gut wie beschlossen, dass die US-Notenbank (Fed) den Leitzins an diesem Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr um einen Viertel Prozentpunkt erhöht, diesmal auf eine Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent. Hauptziele der Währungshüter sind Vollbeschäftigung und stabile Preise. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,3 Prozent hat die Fed das erste Ziel praktisch erreicht. Beim zweiten ist sie jedoch noch nicht soweit, da die Inflation hartnäckig unter der angestrebten Idealmarke von zwei Prozent verharrt.

Wie fast immer bei Fed-Sitzungen ist die spannendere Frage, welchen Ausblick Fed-Chefin Janet Yellen für die Zukunft gibt. Im März hat die Fed die Geldpolitik zuletzt gestrafft und zwei weitere Erhöhungen für 2017 ins Auge gefasst. Da die Wirtschaft schwach ins Jahr gestartet ist, sind jedoch Zweifel aufgekommen. Andererseits will die Notenbank auch keine Überhitzung der Wirtschaft riskieren, falls die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Steuerreform und massive Investitionen in die Infrastruktur noch einen kräftigen Schub bringen sollten.

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Möglicherweise wird Yellen sich mit deutlichen Worten gegen neu aufgeflammte Kritik wehren, wonach die Fed die Zinsen zu schnell erhöht. Vielleicht äußert sie sich aber auch defensiv und lässt einen Hauch von Zweifel aufkommen, dass wie bisher geplant später im Jahr noch eine dritte Zinserhöhung ansteht. Sollte das geschehen, dürften die Märkte reagieren, weil es bisher nicht erwartet wird. Beachtung dürfte auch finden, wenn es einzelne Gegenstimmen gegen die Zinserhöhung geben sollte, was bisher nicht absehbar ist.

Mit Spannung erwarten die Anleger nähere Details zum Abbau der Bilanzsumme der Notenbank. In den Nachwehen der weltweiten Finanzkrise hatte die Fed zur Stützung der Wirtschaft massiv Wertpapiere aufgekauft und ihr Portfolio so auf 4,5 Billionen Dollar ausgeweitet. Vor Ausbruch der Krise in den Jahren 2007/08 waren es nur 800 Milliarden Dollar.

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Investoren erwarten am Mittwoch von Fed-Chefin Yellen Hinweise auf die künftige Geldpolitik. In einem Brief fordern namhafte Professoren, die Zinsen niedrig zu halten. Auch ein möglicher Nachfolger meldet sich zu Wort.

Voraussichtlich will Yellen mit dem Abbau Ende des Jahres oder Anfang 2018 beginnen. Klar ist, dass der Schrumpfungsprozess relativ gleichmäßig erfolgen soll. Die Fed will diesen Vorgang nicht zur Steuerung ihrer Geldpolitik nutzen, sondern dafür allein die Zinspolitik einsetzen. Zugleich muss sie aber im Auge behalten, dass der Rückbau der Bilanz, indem auslaufende Zinspapiere nicht ersetzt werden, ähnlich wie eine Erhöhung der Leitzinsen wirkt. Es ist nicht sicher, dass Yellen hierzu schon Details nennen wird.

Am Mittwoch werden auch neue Prognosen zu Wachstum und Inflation der Fed-Gouverneure und der regionalen Fed-Präsidenten veröffentlicht, allerdings wie immer anonymisiert. Erwartet werden keine großen Änderungen. Beachtung dürfte finden, wenn zum Beispiel die Einschätzung der Inflation etwas gesenkt würde.

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