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22.01.2015

11:57 Uhr

Zinserhöhung

Brasiliens Notenbank kämpft gegen Inflation

Im Kampf gegen die hohe Inflation hat Brasiliens Notenbank den Leitzins angehoben. Die Währungshüter haben ihn um einen halben Punkt auf 12,25 Prozent erhöht. Das ist das höchste Niveau seit August 2011.

Die brasilianische Notenbank hat ihren Leitzins auf 12,25 Prozent erhöht. AFP

Die brasilianische Notenbank hat ihren Leitzins auf 12,25 Prozent erhöht.

BrasiliaIm Kampf gegen die hohe Inflation hat Brasiliens Notenbank den Leitzins angehoben. Die Währungshüter der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas erhöhten ihn am Mittwochabend um einen halben Punkt auf 12,25 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit August 2011. Die Notenbanker ließen zugleich offen, ob weitere Zinsschritte folgen werden.

Die Preise waren zuletzt stärker gestiegen als es der Zentralbank lieb ist. Sie strebt eine Teuerungsrate von 4,5 Prozent an. Diese liegt derzeit aber bei 6,4 Prozent. Die Notenbank hat angekündigt, alles Notwendige zu tun, um ihr Ziel zu erreichen. Beobachter erwarten daher, dass weitere Zinserhöhungen folgen werden.

Brasilien - Land der Superlative

Größe

8,5 Millionen Quadratkilomenter - damit doppelt so groß wie die Europäische Union (Quelle: dpa)

Einwohner

203 Millionen Einwohner - bevölkerungsreichstes Land Lateinamerikas

Wirtschaft

Teil des BRICS-Bündnis für aufstrebende Wirtschaftsmächte - neben Brasilien noch Russland, Indien, China und Südafrika

BIP 2013: 2,243 Billionen US-Dollar (11.311 Dollar pro Einwohner)

Export

Hauptexportgüter sind Rohstoffe, Nahrungsmittel und Erdöl - 2018 soll die Erdöl-Förderung im Off-Shore-Ölfeld "Campo de Libra" beginnen, die Reserven dort werden auf 8 bis 12 Milliarden Barrel (Fass je 159 Liter) geschätzt

Soziales

Das soziale Gefälle in Brasilien ist groß. Der Anteil der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze sank zwar von 2002 bis 2009 von 38,3 auf 23,9 Prozent, die Zahl der Betroffenen ging von 68 auf 44 Millionen zurück. Die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen ist aber weiterhin auch im Weltmaßstab sehr hoch.

Die Währungshüter in Brasilia müssen damit gegen den Strom schwimmen, denn von Kanada bis zur Türkei stehen die Zeichen derzeit eher auf Zinssenkung. Die kanadische Notenbank hat gerade erst die Geldpolitik gelockert, um die Wirtschaft vor negativen Folgen des niedrigen Ölpreises zu schützen. In Kanada steigen die Preise allerdings wesentlich langsamer als in Brasilien.

In dem Schwellenland haben Ausgabenprogramme der Regierung, kräftig anziehende Nahrungsmittelpreise und eine deutliche Abwertung der Landeswährung Real die Inflation in den vergangenen vier Jahren angeheizt. Die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff reagiert nun mit Haushaltskürzungen auf die Lage und nimmt dafür auch eine vorübergehende Schwäche der Wirtschaft in Kauf: „Wir werden unser Haus wieder in Ordnung bringen und Vertrauen schaffen“, betonte Finanzminister Joaquim Levy auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Von

rtr

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