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06.01.2004

09:04 Uhr

Eine Studie der Commerzbank hat es im Juni 2003 an den Tag gebracht: Die finanzielle Bildung der Deutschen weist erhebliche Defizite auf. Die Folge davon: Viele Menschen haben ihre Finanzen nicht im Griff. Mit einem "Kanon der finanziellen Allgemeinbildung" soll diesem Problem nun begegnet werden. Ein vom Commerzbank Ideenlabor erarbeitetes Memorandum, das in diesen Tagen an Wissenschaftler, politische Entscheider und Meinungsbildner versandt wird, nennt Ursachen und Auswirkungen des mangelnden finanziellen Basiswissens und bietet Lösungsvorschläge an.
Das entscheidende Problem - auch das hat die Commerzbank-Studie gezeigt - ist nicht der Mangel an Finanzinformationen. Vielmehr haben die Bürger große Probleme, aus der Fülle der Informationen die für sie relevanten zu filtern und zu beurteilen. Der "Kanon der finanziellen Allgemeinbildung" soll deshalb das vorhandene Finanzwissen überschaubarer machen, anstatt ihm Neues hinzuzufügen. Er soll die wesentlichen Kenntnisse und Fähigkeiten benennen, die man heute braucht, um seine persönlichen Finanzen erfolgreich im Griff zu haben. Auf diese Weise soll der Kanon den verschiedenen Vermittlern finanzieller Allgemeinbildung eine gemeinsame inhaltliche Grundlage für Bildungsangebote bereitstellen.
In das staatliche Bildungswesen ist der Bereich "Wirtschaft und Finanzen" kaum integriert. Gerade einmal 3% der Menschen geben in der Commerzbank-Studie an, in der Schule Finanzwissen erworben zu haben. Finanzielle Bildung findet in Deutschland größtenteils eher zufällig, nicht systematisch statt, z.B. durch die Familie, Freunde und Bekannte. Hinzu kommen die Banken und Sparkassen: Sie sind für die Menschen die wichtigste Quelle für Finanzinformationen.
Der Entwurf des Commerzbank Ideenlabors versteht sich als Diskussionsgrundlage für Verantwortliche in Politik und Gesellschaft, um gemeinsam mit der Commerzbank an der Weiterentwicklung des Kanons und der Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung zu arbeiten. Um dieser Arbeit einen inhaltlichen Ausgangspunkt zu geben, stellt das Papier eine Definition für finanzielle Allgemeinbildung vor. Orientiert am Bedarf der Menschen leitet der Kanon fünf zentralen Wissensbereiche ab: "Geldmanagement", "Geld leihen", "Umgang mit Lebensrisiken", "Vermögensaufbau und Altersvorsorge" sowie "Geld verstehen". Für jedes dieser Themengebiete benennt er entscheidende Leitfragen und skizziert die möglichen Inhalte. Im kommenden Jahr soll dieser Ansatz dann mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik im Rahmen eines Symposiums diskutiert werden und schließlich in die Entwicklung eines Kanons münden, der von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen wird.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 06.01.2004

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