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13.01.2003

12:02 Uhr

Finanzier Gnutti als Geldgeber

Neue Option zur Rettung von Fiat

Der italienische Finanzier Emilio Gnutti will sich italienischen Medienangaben zufolge an einer Rettung des krisengeschüttelten Fiat-Konzerns beteiligen.

HB/dpa ROM. Wie die Zeitung "La Repubblica" am Montag berichtete, habe es zu diesem Thema bereits Gespräche zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und Gnutti gegeben.

Der Finanzier könnte demnach über seine Finanzgesellschaft Hopa, an der auch Berlusconi beteiligt ist, als Geldgeber aktiv werden und bis zu 25 Prozent an Fiat Auto übernehmen. Gnutti wolle jedoch keinen Posten im Management des Turiner Unternehmens übernehmen, hieß es. Mit dieser neuen Option zur Rettung des angeschlagenen Konzerns seien auch die Fiat-Gläubigerbanken einverstanden. Der Plan sehe eine Kapitalaufstockung von fünf Milliarden Euro für die Fiat-Autosparte vor, die zukünftig zusammen mit Ferrari an der Börse notiert werden könnte. An der Operation sollen auch die Banken und US-Partner General Motors beteiligt werden. Ein direkter Eingriff der Regierung würde damit wegfallen.

Skeptisch seien die Banken hingegen weiterhin hinsichtlich eines von Finanzier Roberto Colaninno angekündigten neuen Sanierungsplans. Der ehemalige Telecom-Italia-Manager hatte bereits durchblicken lassen, dass er vor allem die Partnerschaft mit dem US-Riesen General Motors neu überprüfen will. GM hält seit zwei Jahren 20 Prozent an Fiat Auto und muss auf Wunsch der Turiner ab 2004 auch die restlichen 80 Prozent übernehmen. Colaninno wird seinen Plan voraussichtlich in dieser Woche den Gläubigerbanken und dem Fiat-Management präsentieren. Er hatte zuvor bereits angekündigt, dass er selbst den Posten des Vorstandschefs übernehmen wolle, aber bereit sei, jeweils eine Aktie weniger als die Agnellis zu halten.

Fiat verkaufte die Lkw-Vermietungssparte Fraikin für 805 Millionen Euro an die französische Finanzholding Eurazeo. Durch das Geschäft könne der Autokonzern seine Schuldenlast um weitere 400 Millionen Euro abbauen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Fraikin war bisher Teil der Fiat-Nutzfahrzeugsparte Iveco und ist auf die Langzeitvermietung von Lastkraftwagen spezialisiert.

Im vergangenen Jahr erzielte Fraikin einen Umsatz von 570 Millionen Euro. Der Fiat-Konzern hatte im Rahmen seines Programms zum Schuldenabbau zuletzt bereits 51 Prozent seiner Finanztochter Fidis an die Gläubigerbanken verkauft sowie seine 5,6-prozentige Beteiligung am US-Riesen General Motors an eine amerikanische Investmentbank abgetreten.

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