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21.01.2003

15:01 Uhr

Bleibt der Main-Metropole als Asset im internationalen Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte neben dem Flughafen und der EZB nur der "Äbbelwoi"? (Das ist ein "Bembel", ein spezieller Krug für das saure Stöffche).

Seit einigen Tagen sorgen neue Untersuchungen für Gesprächsstoff, bei denen der Finanzplatz Deutschland - und damit Frankfurt - schlecht wegkommt. Auf dem traditionellen Neujahresempfang der Deutschen Börse gestern Abend kreisten viele Gespräche um eine Thesenpapier aus dem Hause McKinsey, das am Sonntag durch eine Indiskretion veröffentlicht worden war.

Die Autoren, die seit Jahren eng mit Börsenchef Seifert zusammen arbeiten, fahren schwere Geschütze auf: "Der Finanzplatz befindet sich auf Tauchstation und die Frankfurter Community in Auflösung...Die Musik spielt nicht mehr in Frankfurt ...Die wesentlichen Marktteilnehmer sind entweder in der Krise oder keine Frankfurter mehr."

Deutschbanker Rolf Breuer, der Aufsichtsratschef der Börse, nimmt die Entwicklung ernst und zuversichtlich zugleich: In seinen Begrüßungsworten beklagte er einerseits den derzeit hierzulande vorherrschenden Kleinmut, appellierte zugleich aber an die bewährten Marktkräfte. Man solle nicht auf Berlin warten, sondern selbst anpacken - "Handeln" sei jetzt die Parole. Genau das wollen auch die Steine-ins-Wasser-Werfer von McKinsey erreichen.

Nur: Ob der Finanzplatz Frankfurt zur Provinz verkümmert oder international an Bedeutung gewinnt, hängt eben ganz entscheidend von der Performance und dem Management der Banken ab. Deshalb müssen die Hauptdarsteller auf der Frankfurter Bühne Selbstkritik üben, sie müssen einfach besser werden. Gestern Abend herrschte dennoch gute Stimmung. Und man trank internationalen Stoff, keinen lokalen Apfelwein.

Machen Sie?s gut - bis morgen!

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