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30.01.2001

11:23 Uhr

Finnischer Handyhersteller spürt Preisdruck

Aktienmärkte strafen Nokia ab

Mit einem Rekordgewinn übertrifft Nokia die Erwartungen. Doch die Börsen reagieren nervös. Grund: Der Handy-Marktführer rechnet mit schlechteren Zeiten. Der Aktienkurs sinkt bis zu 10 %.

hst/som STOCKHOLM. Mit Enttäuschung haben gestern die Investoren den Jahresbericht des finnischen Telekommunikationsriesen Nokia aufgenommen. Der Weltmarktführer bei Handys hat zwar seinen Gewinn um 53 % auf 3,9 Mrd. Euro und den Umsatz um 54 % auf 30,4 Mrd. Euro gesteigert, aber gleichzeitig die Wachstumsprognose für das erste Quartal 2001 nach unten korrigiert. Nunmehr geht Nokia von einem Umsatzwachstum bei Mobiltelefonen von 25 bis 30 % aus. Noch im Dezember hatte Nokia ein Plus von 30 bis 35 % prognostiziert.

Für das Gesamtjahr bleibt der Konzern jedoch bei seiner bisherigen Prognose von plus 25 bis 35 %. Ebenso wie die Konkurrenten Motorola und Ericsson senkte auch Nokia seine Prognose für den Handy-Weltmarkt. War das Unternehmen bisher von 550 Millionen verkauften Handys im Jahr 2001 ausgegangen, rechnet es jetzt etwas vorsichtiger mit 500 bis 550 Millionen Einheiten.

Die Nokia-Aktie verteuerte sich nach Veröffentlichung der Jahreszahlen zunächst um 7,5 %, brach dann aber infolge des schlechteren Ausblicks um bis zu 10 % gegenüber dem Vortageskurs ein. Abends erholte sich der Wert kaum. Auch Konkurrenten wie Siemens und viele High-Tech-Titel an der US-Börse Nasdaq und am Frankfurter Neuen Markt wurden durch die gedämpften Zukunftsaussichten in Mitleidenschaft gezogen.

Analysten sind skeptisch

Sorgen bereiten Analysten auch die revidierten Gewinnspannen bei Handys. Nokia hatte in den vergangenen Jahren immer Spannen von mehr als 20 % erreicht. Vorstandschef Jorma Ollila sagte nun, das Unternehmen werde "spätestens im vierten Quartal 2001" die Marge von 20 % erreichen. Analysten werteten das als Verschlechterung und Zeichen zunehmenden Preisdrucks.

"Das ist eine Gewinnwarnung", sagte Helena Nordman-Knutson von der Ohman Fondskommission in Stockholm zu der Mitteilung, dass der Gewinn je Aktie im ersten Quartal nicht höher als im Vorjahresquartal sein werde. "Die Ankündigung wirft einen Schatten auf den Markt", sagte Marshall Acuff von Salomon Smith Barney. "Nokia ist die Inkarnation der Technologiewelt und verunsichert deshalb sogar mit jeder bereits bekannten Warnung die Märkte", kommentierte Kai Franke von der BHF-Bank die Reaktion an den Börsen. Noch mindestens zwei Wochen würden die Märkte durch pessimistische Unternehmensprognosen und eine Fülle von Gewinnwarnungen belastet. Das laufende Quartal werde mit dem starken Vorjahresquartal verglichen, als die US-Wirtschaft um 4,8 % gewachsen war.

Zusätzlich wurden die Märkte durch die Ankündigung Nokias verunsichert, ein für Sommer 2001 erwartetes Handy für den schnelleren Übertragungsstandard GPRS erst im dritten Quartal auf den Markt zu bringen.

So reagiert die Nokia-Aktie

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