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27.01.2003

20:18 Uhr

Finzwerte besonders unter Druck

Dax schließt tief im Minus

Anhaltende Sorgen um einen Krieg im Irak haben am Montag den Deutschen Aktienindex belastet. Der Bericht des Chefs der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, hatte am Nachmittag die Furcht der Anleger vor einem Krieg im Irak genährt und den Dax weiter ins Minus gedrückt.

HB/rtr FRANKFURT. Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer schloss 2,72 % tiefer bei 2643,80 Punkten. Der MDax der 70 mittleren Standardwerte büßte 1,50 Prozent auf 2957,97 Zähler ein. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 um 2,36 Prozent auf 355,46 Punkte nach.

"Was Blix gesagt hat, war zwar keine Überraschung. Aber vor allem der Punkt, dass der Irak nicht kooperiert, bestätigt doch die Erwartung an den Märkten, dass es zum Krieg kommen wird", kommentierte ein Frankfurter Aktienhändler. Aktienstratege Roland Ziegler von der ING BHF-Bank sagte, die Märkte warteten nun auf die Rede von US-Präsident George W. Bush am Dienstag (Ortszeit). "Entscheidend wird sein, wie Bush die Rede von Blix interpretieren wird."

Blix hatte bei der Vorlage seines Berichtes über die Waffeninspektionen im Irak vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unter anderem ausgeführt, das irakische Waffendossier beantworte wichtige offene Fragen nicht. "Das ist prinzipiell eine schlechte Nachricht, weil es den USA möglicherweise einen Grund für einen Angriff liefert", sagte ein Händler.

Zu den Verlierern im Dax zählten vor allem Finanzwerte. MLP-Aktien büßten Händlern zufolge auf Grund von Befürchtungen um einen Abstieg des Unternehmens aus dem Dax 5,75 % auf 8,20 ? ein. Aktien von Versicherern litten unter Spekulationen über eventuell notwendige Kapitalerhöhungen. So fielen die Papiere des Index-Schwergewichts Münchener Rück über sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit Januar 1997. Wegen des dramatischen Wertverfalls ihrer Aktienbeteiligungen könnten die Versicherer gezwungen sein, ihre Kapitalausstattung zu verbessern, um damit die Richtlinien für die Bewertungsreserven zu erfüllen, hieß es am Markt. Allianz-Aktien verloren 5,63 % auf 74,79 ?, die Titel der Münchener Rück rutschten 6,73 % auf 92,58 ?.

Wegen der Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung im Streit um die Übernahme von Ruhrgas zählten die Aktien des Energieversorgers Eon zu den wenigen Gewinnern im Dax. Eon verhandelt nach Informationen des Handelsblatts derzeit mit den Gegnern der Ruhrgas-Übernahme. Ziel ist es, die für Mittwoch geplante gerichtliche Anhörung überflüssig zu machen. Die Anteilsscheine des Unternehmens legten 1,84 % auf 37,61 ? zu.

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