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28.01.2003

18:01 Uhr

Firmen beklagen das sich verschlechternde Umfeld in Europa

Pfizer: Europas Regierungen schaden Pharmabranche

Die europäischen Regierungen gefährden nach den Worten von Pfizer-Chef Henry McKinnell ihre lokalen Pharmaunternehmen. "Die Regierungen Frankreichs, Italiens und Deutschlands zerstören ihre lokalen Industrien. Es ist wirklich traurig, dies zu sehen", sagte der Chef des weltgrößten Pharmakonzerns am Dienstag am Rande des Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos.

Reuters DAVOS. Die Regierungen müssten die Pharmamärkte liberalisieren, oder mehr Firmen wie die schweizerische Novartis würden ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verstärkt in die unternehmensfreundlicheren USA verlagern, sagte er. In Deutschland beispielsweise ist Pfizer nach den Daten von IMS Health die Nummer eins auf dem Apothekenmarkt.

Pharmakonzerne beklagen in Europa schon seit längerem das sich verschlechternde Umfeld in der Branche durch die Sparvorhaben der Regierungen im Gesundheitswesen. So hatte in Deutschland die Bundesregierung im Dezember Gesetze auf den Weg gebracht, nach denen die Branche seit dem 1. Januar 2003 zu einer Preissenkung von 6 Prozent auf patentgeschützte Arzneimittel verpflichtet ist. Auch die 2002 eingeführte Aut-Idem-Regelung, die Apotheker dazu zwingt, bei mehreren Präparaten mit dem gleichen Wirkstoff eines aus der Spanne der günstigsten Medikamente zu wählen, wird in der Branche kritisch gesehen.

Als Reaktion auf die Sparpläne hatten bereits mehrere Unternehmen wie etwa die Darmstädter Merck KGaA oder Altana erwogen, künftig Investitionen noch stärker ins Ausland zu verlagern. "Was wir derzeit erleben, ist eine anhaltende Verschlechterung des Umfeldes, und Firmen wie Novartis - und sicherlich auch andere - ziehen weg", sagte der Pfizer-Chef.

Die Investmentbank UBS Warburg hatte in einer Studie unlängst geschätzt, dass dem Deutschen Markt allein in diesem Jahr durch die Rabatte Erlöse von bis zu 800 Mill. Euro verloren gehen. Bei Schering geht das Bankhaus von Einbußen von 20 Mill. Euro aus, bei Altana seien es zehn bis 15 Mill. Euro und bei Merck 15 bis 20 Mill. Euro im Jahr 2003.

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