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11.01.2002

14:26 Uhr

Fischer soll Spitzenmann werden

Grüne wollen ihren Wahlkampf personalisieren

Die Grünen wollen sich im Wahlkampfjahr mit dem populären Außenminister Joschka Fischer als Spitzenmann profilieren. Fraktionschefin Kerstin Müller betonte am Freitag am Rande der Klausurtagung ihrer Fraktion in Wörlitz, es sei in der Fraktion unumstritten, dass "wir personalisieren müssen".

ap WÖRLITZ. Auch über die Spitzenkandidatur Fischers sei man sich einig. Der Fraktionsvorsitzende Rezzo Schlauch erklärte, der Parteivorstand werde diese Wahl dem Parteirat vorschlagen.

Müller hatte zuvor im ZDF-Morgenmagazin erklärt, es werde daneben diskutiert, dem Grünen-Politiker eine kompetente Frau zur Seite zu stellen. Fischer selbst hatte lediglich betont, er halte die Debatte um seine Spitzenkandidatur für "ziemlich virtuell". Er habe seit 1987 den Bundestagswahlkampf für seine Partei in vorderster Reihe geführt.

Schlauch ging gut acht Monate vor den Parlamentswahlen auch mit FDP und Union ins Gericht. Die Liberalen hätten das Land im Westen über längere Zeit regiert als PDS und SED in ihrer Zeit im Osten. Die FDP sei mitverantwortlich an der Reformblockade, in der das Land vor dem rot-grünen Regierungswechsel gesteckt habe. Es werde noch lange dauern, bis sich die Partei in der Opposition erneuert habe. Die Liberalen hätten es in ihrer 29-jähriger Regierungsbeteiligung nicht vermocht, die Steuern zu senken. Die Union werde durch die "K-Schlacht" um ihren Spitzenkandidaten Schaden nehmen. Schlauch ging davon aus, dass die Grünen nach der Bundestagswahl "mit einem Plus darstehen." Mit der Betonung der Arbeitsmarktpolitik hofft der Grünen-Politiker Wählerstimmen in Ostdeutschland gewinnen zu können. Dort sind die Grünen in keinem Landtag vertreten.

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