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15.01.2008

08:20 Uhr

Fishers Zwischenruf

Das vierte Amtsjahr

VonKen Fisher (Grüner Fisher Investment)

Der US-Präsidentschaftswahlkampf sorgt derzeit laufend für Schlagzeilen. Clinton, Obama oder doch ein Republikaner - wer das Rennen macht ist dabei vorerst gar nicht entscheidend, denn viel interessanter sind für Anleger die Monate vor der Wahl.

Wahlen in Amerika? Vergessen Sie es, sich Sorgen darüber zu machen, wer gewinnt. Es ist zu früh, um dies abschätzen zu können und macht weniger aus als Sie denken. Etwas anderes ist wichtiger: 2008 ist das vierte Jahr der aktuellen Amtszeit des amtierenden US-Präsidenten - und damit aus historischer Sicht großartig für globale Aktien.

In der Geschichte hat die erste Hälfte der Amtszeit von US-Präsidenten - selbst wenn sie wiedergewählt werden - dem US-Aktienmarkt häufig sogar negative Ergebnisse beschert; die zweite Hälfte der Amtszeit ist jedoch positiver zu bewerten. Die ersten beiden Jahre erzielen einen Durchschnitt von je sieben und acht Prozent. Das dritte Jahr ist mit 19 Prozent das beste, aber das vierte hat schöne 13 Prozent. Warum sollte das Deutsche kümmern? Weil das Muster für globale Aktien ähnlich ist. Zweite Amtshälften fallen besser aus - das dritte und vierte Amtsjahr liefert Ergebnisse von durchschnittlich 16 Prozent und zehn Prozent - und nur zwei negative Ergebnisse im vierten Jahr während der letzten 14 Amtszeiten. Bei britischen Aktien dasselbe Muster! In Deutschland fällt das Ergebnis etwas anders aus - das dritte Jahr ist das beste, das vierte fällt im Durchschnitt nicht so positiv aus.

Was ist die Ursache für die unterschiedlichen Renditen in den jeweiligen Amtsjahren? US-Präsidenten verlieren fast immer ihre relative Macht während den "mid-term elections". Mit wenigen Ausnahmen fallen bedeutende Gesetzesänderungen in die erste Hälfte, wenn die Macht des Präsidenten am größten ist. Und das bedeutet, Geld oder Rechte werden von einer Gruppe genommen und einer anderen gegeben. Menschen empfinden Verluste weitaus stärker als die Freude des Gewinnens. Und viele sorgen sich, dass sie als nächste die Verlierer sind! Risikoaversion nimmt also in der ersten Amtshälfte zu, wenn große Gesetzesinitiativen am wahrscheinlichsten sind, und sie nimmt in der zweiten Hälfte ab, was zu besseren Renditen an den Aktienmärkten führt.

Da die internationalen Börsen voneinander abhängig sind, wirkt sich dieses US-Muster auf die ganze Welt aus. Nächste Woche werde ich einen weiteren Grund anführen, warum deutsche Aktien gut laufen sollten. Nur ein Hinweis: Da die Welt sich im Jahr 2008 positiv entwickeln wird, wird Deutschland das auch.

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