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09.06.2000

14:20 Uhr

Fittkau & Maaß legt Ergebnisse der zehnten Befragungswelle vor

W3B: Auch deutschsprachige Verbraucher sind jetzt im Internet in Kaufstimmung

Alle haben bislang vom E-Commerce geträumt, nur die Kunden nicht. Neuen Zahlen zufolge hat sich das Desinteresse mittlerweile gelegt.

jgo DÜSSELDORF. Das Internet wird von immer mehr Menschen als Einkaufsstätte akzeptiert. Allerdings ist der Anteil der Unentschlossenen noch immer vergleichsweise hoch. Diesen Trend belegen Zahlen, die das Marktforschungsinstitut Fittkau & Maass in der 10. W3B-Studie ermittelt hat. Die Grundlage für die Studie bildeten knapp 30 000 Internetnutzer, die sich im April/Mai an der Erhebung beteiligten.

Besonders auffällig: Die Zahl derjenigen, die im Internet einzukaufen beabsichtigen, hat sich seit der Erhebung im Frühjahr 1996 deutlich erhöht. Wollten 1996 noch lediglich 63,3 Prozent der Befragten "bestimmt" oder "vielleicht" etwas im Internet einkaufen, waren es im Frühjahr 2000 bereits mehr als 90 Prozent. Besonders begehrt sind nach wie vor Bücher, CDs und Fahrscheine. Computersoftware hat dagegen an Popularität verloren.

Allerdings ist Absicht nicht mit dem Kauf gleichzusetzen: Vor der Transaktion schrecken die Nutzer häufig noch zurück. Während sich Kaufwunsch und Kaufwirklichkeit etwa bei Büchern in einem angemessenen Verhältnis bewegen (75 Prozent vs. 72 Prozent), habe Werbung Aktien (40,6 Prozent vs. 17,5 Prozent) oder Reisen 40,6 Prozent vs. 16,3 Prozent) hohe Aufmerksamkeit gesichert, ohne dass die Nutzer diese Produkte bislang in vergleichbarem Ausmaß tatsächlich via Internet geordert hätten, heißt es in der Studie.

Dass das Internet inzwischen in allen Schichten der Bevölkerung verteten ist, zeigen Daten, die Ergebnisband zum Nutzerverhalten gebündelt sind. Demnach geht der akademisch-universitäre Anteil immer weiter zurück. Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen, die angeben, das Internet "sehr oft" oder "oft" aus privaten Gründen zu nutzen. In der Praxis zeige sich, dass "selbst bei einer einzigen Online-Sitzung private und geschäftliche Nutzungsziele ineinander übergehen" heißt es in dem Band weiter.

Internet-Angebote zum Thema Wirtschaft bezw. Seiten zum Thema Finanzen, Börse und Aktien werden laut W3B übrigens von einem Fünftel (20,9 Prozent) bezw. mehr als einem Drittel (34,9 Prozent) regelmäßig aufgerufen.

Die W3B-Erhebung startete 1995. Sie gilt als eine der wichtigsten Datenquellen zum deutschsprachigen Internet. Die einzelnen Ergebnisbände zu Themen wie beispielsweise Electronic Commerce im Internet, Kommunikation und Werbung oder Senioren online kosten zwischen 550 und 1 550 DM.

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