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28.06.2000

18:43 Uhr

dpa WASHINGTON. Der kubanische Flüchtlingsjunge Elian kann jetzt in seine Heimat zurückkehren. Das Oberste US-Gericht in Washington lehnte es am Mittwoch ab, sich mit dem Fall zu befassen. Elian und sein Vater Juan Miguel Gonzalez können damit am Mittwoch ab 22.00 Uhr MESZ ausreisen. Von diesem Zeitpunkt an sind alle Reisebeschränkungen aufgehoben, die von den in Miami lebenden Verwandten angestrengt worden waren.

Elians US-Verwandte hatten mit ihrem Gang vor das Oberste Gericht gehofft, dass der Sechsjährige in den USA doch noch Asyl erhalten könnte. Sie wollten ein Grundsatzurteil für Flüchtlingskinder erreichen. Es stelle sich die Frage, ob Kindern in der Lage Elians ohne gerichtliche Anhörung und ohne selbst gehört zu werden Asyl verweigert werden könne.

Die Verwandten waren in den vergangenen Wochen vor jedem Gericht unterlegen. Zuletzt hatte sich ein Berufungsgericht in Atlanta im US- Bundesstaat Georgia am Freitag geweigert, ihrem Antrag zu folgen. Es hob auch alle Reisebeschränkungen mit Wirkung vom Mittwochnachmittag (Ortszeit) auf.

Die exil-kubanische Gemeinde in Miami im Bundesstaat Florida reagierte auf die Entscheidung des Obersten Gerichts geschockt. Ein Sprecher des Justizministeriums begrüßte dagegen die Haltung des des Gerichts.

Elians Mutter war Ende November vergangenen Jahres auf der Flucht mit dem Kind aus Kuba ertrunken. Elian konnte gerettet werden und lebte zunächst bei dem Großonkel in Miami. Am 22. April wurde er auf Anweisung des Justizministeriums gewaltsam aus dem Hause der Angehörigen geholt und zu seinem Vater gebracht, der inzwischen in die USA gekommen war. Beide hatten sich in den vergangenen Wochen im Raum Washington aufgehalten.

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