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18.03.2003

14:27 Uhr

Flüge in Nahen Osten eingeschränkt

Fluggesellschaften reagieren bereits auf Irak-Krise

Die British Airways (BA) stellt wegen des drohenden Irak-Kriegs alle Flüge nach Kuwait und Israel ein. Die Lufthansa hingegen will vorerst keine Flugrouten in den nahen Osten streichen.

RTR/vwd/dpa FRANKFURT/LONDON. Wie die Fluggesellschaft in London mitteilte, verließ die vorläufig letzte Maschine nach Kuwait am Dienstag den Londoner Flughafen Heathrow. Für den letzten Flug um 21.25 Uhr ab Kuwait-Stadt gebe es darüber hinaus keine Plätze mehr, teilte das Unternehmen mit.Die Verbindung nach Tel Aviv soll am Mittwoch eingestellt werden. Die Einschränkungen wurden mit entsprechenden Reisewarnungen des britischen Außenministeriums für die Krisenregion begründet. British Airways reduzierte außerdem den Flugverkehr zwischen London und Dubai auf eine Maschine täglich. Ziele in Saudi-Arabien, Katar und Bahrain sollen weiter angeflogen werden.

Verbleibende Reisende verließen den Irak mit Taxis Richtung Jordanien. "Es sind nur Ausländer und Reiche (Iraker)", sagte ein Taxifahrer in Ruweisched in Jordanien, von wo aus Taxis zwischen Irak und Jordanien pendeln. Einige Iraker kehrten derweil in ihr Land zurück, um ihre Familien vor einem Krieg in Sicherheit zu bringen. "Wenn der Krieg in vier Tagen kommt, könnte ich noch eine Chance haben, sie rauszubekommen", sagte ein irakischer Geschäftsmann in einem Taxi von Jordanien nach Bagdad. Er wollte versuchen, noch Visa für seine schwangere Frau und seine Kinder zu bekommen, damit die Familie gemeinsam das Land verlassen könne.

Im Gegensatz zur BA will die Deutsche Lufthansa nach dem Ultimatum des US-Präsidenten George W. Bush an Iraks Staatschef Saddam Hussein zunächst keine Flugrouten in den Nahen Osten streichen. Die Lufthansa fliege unverändert in den Nahen Osten, nach Asien und auch ins israelische Tel Aviv, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow am Dienstag in Frankfurt.

Während des Golfkrieges 1991 hatten alle ausländischen Fluggesellschaften ihre Flüge nach Israel gestrichen, als der Irak Scud-Raketen auf das Land abfeuerte. Lediglich die israelische Gesellschaft El Al flog weiter. Die Lufthansa musste damals zeitweise ihre Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran, ins jordanische Amman, ins israelische Tel Aviv und nach Kuwait streichen.

Die Lufthansa erwäge für Passagiere mit Kriegsängsten zudem flexible Bedingungen bei der Umbuchung oder Stornierung von Flügen. Es sei zwar noch keine Entscheidung bei diesem Thema getroffen worden, aber es werde seit Dienstagmorgen geprüft meinte Jachnow. Derartige Maßnahmen würden zwar nicht gefordert, stellten aber guten Kundenservice dar. Die Air France SA, Paris, hat bereits angekündigt, dass sie wegen der Spannungen im Nahen Osten einzelne Beschränkungen aufheben will, was die Rückgabe von Tickets angeht.

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