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25.02.2002

12:38 Uhr

Flug zum Haartest möglicherweise Vorteilsnahme im Amt

Staatsanwaltschaft ermittelt wieder gegen Schill

Ronald Schills Flug im Privatjet eines Parteifreundes zum Drogentest nach München und zu einem TV-Interview nach Berlin bringt dem Hamburger Innensenator jetzt erneut Ärger mit der Staatsanwaltschaft ein.

wiwo/ap HAMBURG. Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger bestätigte am Montag einen Bericht der "Hamburger Morgenpost", wonach gegen Schill wegen des Verdachts der Vorteilsnahme im Amt ermittelt wird. Zudem laufen bereits Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Schill wurde nach Informationen der Zeitung von dem Hamburger Privatmann Björn T. Hückel angezeigt. "Wir sind nach der Anzeige verpflichtet, die Sache zu prüfen", betonte Bagger. Schill war vor zwei Wochen im Flugzeug des Unternehmers Ulrich Marseille, Chef der Schill-Partei in Sachsen-Anhalt, nach München geflogen, um dort mit einem Haartest die gegen ihn erhobenen Drogenvorwürfe zu entkräften.

Marseille erklärte danach, er wolle den Flug als Parteispende verbuchen. Auch für Bürgermeister Ole von Beust war offenbar klar, dass Schill den Jet als Parteichef benutzt habe, schließlich bezogen sich die Vorwürfe des Kokainkonsums auf die Zeit vor Schills Amtszeit als Innensenator.

Nach Ansicht Hückels hat Schill aber den anschließenden Interviewtermin in Berlin "definitiv als Senator wahrgenommen". Damit werde der Tatbestand der Vorteilsnahme erfüllt, sagte Hückel der "Morgenpost".

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