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31.01.2001

11:10 Uhr

Flugzeugabsturz von Lockerbie

Urteile im Lockerbie-Prozess

Im Prozess um den Flugzeugabsturz von Lockerbie wurde ein libyscher Angeklagter schuldig gesprochen. Ein Zweiter wurde freigesprochen.

Reuters CAMP ZEIST. Der Libyer Abdel Basset el Megrahi ist im Lockerbie-Prozess wegen des Anschlags auf ein US- Passagierflugzeug im Jahr 1988 am Mittwoch schuldig gesprochen worden. Ihm droht lebenslange Haft. Der Mitangeklagte El Amin Chalifa Fahima wurde freigesprochen.

Die Ankläger hatten beiden Libyern vorgeworfen, in Malta den Koffer mit der Bombe aufgegeben zu haben, der später in der Maschine der Fluggesellschaft PanAm über der schottischen Ortschaft Lockerbie explodierte. Bei dem Anschlag kamen alle 259 Insassen und elf Menschen am Boden ums Leben. Laut Anklage sollen Megrahi und Fahima Agenten des libyschen Geheimdienstes gewesen sein, und in Malta getarnt als Mitarbeiter der libyschen Fluggesellschaft LAA gearbeitet haben.

Angeklagte bestritten die Vorwürfe bis zuletzt

Die Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Ihre Verteidiger haben in ihrem Abschlussplädoyer vor allem versucht, Zweifel an der Version der Anklage zu wecken, dass der Koffer in Malta aufgegeben worden sei. Anwalt William Taylor hatte auf die seinerzeit unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen von Frankfurt am Main verwiesen und versucht nachzuweisen, dass die Bombe erst dort aufgegeben worden sein könnte. Die Verteidigung vermutete eine radikale Palästinensergruppe als Drahtzieher des Anschlags.

Der Prozess fand vor einem schottischen Gericht auf dem Luftwaffenstützpunkt Camp Zeist in den Niederlanden statt. Nur unter diesen Bedingungen hatte sich Libyen bereitgefunden, die beiden Angeklagten auszuliefern.

Gegen Libyen war nach dem Anschlag wegen angeblicher Verstrickung in den internationalen Terrorismus ein Wirtschaftsembargo verhängt worden. Die UNO und die EU haben die Sanktionen nach Auslieferung der beiden Angeklagten ausgesetzt. Die USA haben sie hingegen vor kurzem bis August verlängert.

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