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02.05.2003

15:45 Uhr

Flut von Unternehmenszahlen steht an

Dax-Ausblick: Sprung über 3 000-Punkte-Marke möglich

Für die kommende Handelswoche erwarten Händler einen Sieg der Bullen über die Bären und das Ende der Konsolidierung im Dax zwischen 2 840 und 3 000 Punkten im Index. Die Bullen, die auf eine weitere Aufwärtsbewegung im Dax setzen, gehen von weiterhin guten Unternehmensdaten aus, die den Index über die Marke von 3 000 Punkten führen sollte. Auch die immer noch bestehende sehr hohe Liquidität der Anleger, die am Geldmarkt geparkt sei, sollte weiter in die Aktienmärkte fließen. Dagegen sollten die Argumente der Bären, die auf einen fallenden Dax setzen, mit den schlechten Konjunkturdaten und dem festen Euro, weiter in den Hintergrund treten.

vwd FRANKFURT. Auch der technische Analyst Wieland Staud erwartet für die kommenden Handelstage den Bruch der Marke von 3 000 Punkten. Das Überschreiten des Widerstandes sollte nicht zu lange auf sich warten lassen, und die Hürde im nun dritten Anlauf genommen werden. Dies würde die im März eingeläutete mittelfristige Trendwende bestätigen. Das nächste Ziel bilde dann die Marke bei 3 330 Punkten im Dax. Dann sollte allerdings überlegt werden, ob "sell in may and go away" die richtige Strategie für dieses Jahr darstellt, sagt Staudt. Größere Rückschläge sollte sich der Dax allerdings nicht leisten und die Marke bei 2 720 Punkten nicht unterschritten werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass es zum Test der wichtigen Unterstützung bei 2 430 Punkten komme.

Nachdem der Dax in den vergangenen sechs Wochen um 35 Prozent anziehen und die Marke bei 3 000 Punkten erreichen konnte, raten die Marktstrategen des Bankhauses Ellwanger & Geiger, in dividenstarke Aktien zu investieren. Der Dax stehe charttechnisch am oberen Bereich seiner Handelsrange an der psychologisch wichtigen Marke von 3 000 Punkten. Könne dieses Niveau gehalten werden, bestehe kurzfristig die Möglichkeit bis 3 260 Punkte anzuziehen. Ansonsten drohe allerdings ein Rückfall bis auf die 2 700 Zähler. Erst ein Bruch dieser Marke würde eine neue Abwärtsbewegung einleiten. Auf Grund dieser Rückschlagsgefahr sollte daher eine Anlage unter Dividendengesichtspunkten vorgenommen werden. Hier gibt es durchaus interessante Werte. So zählen Thyssen-Krupp mit einer Dividendenrendite von knapp sieben Prozent nach Meinung der Marktstrategen inzwischen zu den unter fundamentalen Gesichtspunkten kaufenswerten Aktien. In der Vergangenheit sei es zu einer starken Kurskorrektur gekommen, die aber ausgestanden sein sollte, so dass auf aktuellem Kursniveau noch Luft nach oben besteht. Ein Stop-Loss sollte bei 7,80 Euro angesetzt werden.

Mit einer Dividendenrendite von 5,7 Prozent sehe auch Bayer interessant aus, heißt es weiter. Die ersten Quartalseckdaten seien höher als erwartet ausgefallen. Positiv zu werten sei auch, dass Bayer den Ausblick für 2003 mit weiteren Gewinnerwartungen dargestellt habe. Das aktuelle Kursniveau eigne sich daher zum Kauf, ein Stop-Loss sollte bei 14,50 Euro gesetzt werden, so die Aktienstrategen.

Die Marktstrategen von HSBC Trinkaus & Burkhardt sehen die Stimmung in Deutschland dagegen getrübt. Das verarbeitendes Gewerbe in Deutschland zeige auch nach dem Ende des Irak-Krieges keine Anzeichen einer Erholung. Der am Freitag veröffentlichte europäische Einkaufsmanagerindex sei im April noch einmal um 0,6 auf jetzt 47,8 Punkte gesunken und blieb damit erneut unter der Marke von 50 Punkten, die eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe anzeige. Der deutsche Einkausmanagerindex fiel auf 45,9, nachdem die Prognosen einen Stand bei 48,8 erwartet hatten.

Dabei wird deutlich, dass die Unternehmen nicht nur in Deutschland pessimistisch in die Zukunft schauen. Auch in den anderen großen Wirtschaftsnationen liegt der entsprechende Index mittlerweile unter der 50 Punkte-Marke. Dies zeigt immer deutlicher, dass weniger die geopolitischen Unsicherheiten sondern vielmehr die realen Wirtschaftsdaten für das Stimmungstief verantwortlich sind. Weder das Ende des Irak-Krieges noch der seit Mitte März stark rückläufige Ölpreise schlägt dabei positiv zu Buche.

Mit Blick auf die nächsten Monate ist nach Aussage von HSBC Trinkaus & Burkhardt damit kein konjunktureller Aufschwung in Sicht. Nach Ansicht von Aktienhändler dürfte dies für einen kurzfristigen Anstieg im Dax über 3 000 Zähler jedoch kein Hindernis darstellen.

Termine: Quartalszahlen und Konjunkturdaten im Blick

In der kommenden Woche stehen zahlreiche Unternehmensergebnisse und Konjunkturdaten auf der Tagesordnung. Größere Beachtung dürfte am Montag der ISM-Index Nicht-Verarbeitendes Gewerbe für den Monat April aus den USA finden. Von der Unternehmensseite kommen Zahlen für das erste Quartal von Continental, Singulus und Qiagen. Für Dienstag kommt eine große Flut von Unternehmensdaten. So bringen Pfeiffer Vacuum, Altana, Henkel, Aixtron, GPC Biotech und EADS Zahlen für das erste Quartal, und Ixos Software das Ergebnis für das dritte Quartal. Von dem Meeting der US-Notenbank Fed am Nachmittag wird von Marktbeobachtern kein Zinsschritt erwartet.

Am Mittwoch berichtet Epcos die Zahlen für das erste Halbjahr, für das erste Quartal kommen Zahlen von Bayer, Commerzbank, Deutsche Post, FMC, Volkswagen, Dyckerhof, K+S, Zapf Creation und FJA. Aus Deutschland werden noch Arbeitsmarktdaten für den April und der Auftragseingang März erwartet.

Am Donnerstag steht die EZB-Sitzung im Mittelpunkt des Interesses. Unternehmensdaten werden von BMW, Deutsche Börse, Evotec und Heidelberg-Cement veröffentlicht. Nach dieser Zahlenflut wird es am Freitag sehr ruhig.

SAP haben ihre Hauptversammlung, am Mittag werden die Zahlen der Industrieproduktion in Deutschland bekannt gegeben.

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