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05.01.2001

10:50 Uhr

Ford hatte Modifikation veranlasst

Verbraucherorganisation: Firestone-Reifen waren zu leicht

Verbraucherorganisationen und Anwälte behaupten, dass Ford Motor Co, Dearborn, den Reifenhersteller Firestone, die US-Tochter von Bridgestone Corp, Tokio, Anfang der 90er Jahre veranlasst hat, das Gewicht seiner Reifen zu verringern.

vwd NEW YORK. Wie die "Washington Post" in ihrer Freitagausgabe berichtet, hätte der Automobilkonzern auf diesem Weg den Benzinverbrauch bei seinem Modell "Explorer" reduzieren wollen. Durch die Verminderung des Gewichts hätte jedoch die Festigkeit des Reifens gelitten, was seine Auflösung während der Fahrt begünstigt habe, argumentieren die Verbraucherverbände.

In der Modifikation des Gewichts sehen die Verbraucherschützer einen wesentlichen Grund für die zahlreichen Unfälle, die bei Automodellen des Typs Ford-Explorer in Verbindung mit Firestone/Bridgestone-Reifen auftraten. Allein 148 dieser Vorfälle hatten in den Vereinigten Staaten einen tödlichen Ausgang für die Autoinsassen. Am kommenden Montag wird die Jury für einen Prozess zusammengestellt, den eine Autofahrerin, die nach einem Unfall mit einem Explorer querschnittgelähmt ist, gegen Ford und Bridgestone/Firestone angestrengt hat. Sie klagt auf einen Schadensersatz von 100 Mill. $.

Wegen der gesamten Umstände des Unfalls halten Juristen dieses Verfahren für einen Präzedenzfall, dessen Ausgang indizieren könnte, welche Belastungen als Konsequenz der Unfallserie auf die beiden Konzerne zukommen könnten. Die beiden Unternehmen beschuldigen sich gegenseitig: Firestone macht die Konstruktion des Explorers verantwortlich, während Ford darauf verweist, der Luftdruck der Reifen sei zu gering gewesen. Ford bemüht sich derzeit um eine außergerichtliche Einigung mit den Unfallopfern bzw. Hinterbliebenen.

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