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16.01.2001

12:00 Uhr

Ford und Opel im Minus

Daimler-Chrysler gewinnt Europa-Marktanteile

Der Stuttgarter Autobauer hat 2000 in einem insgesamt schrumpfenden westeuropäischen Markt seinen Marktanteil ausgebaut. Die Anteilsquote bei den neu zugelassenen Personenwagen stieg auf 6,2 Prozent nach 5,6 Prozent im Vorjahr.

vwd/dpa DETROIT/BRÜSSEL. Der Stuttgarter Autobauer Daimler-Chrysler hat 2000 in einem insgesamt schrumpfenden westeuropäischen Markt seinen Marktanteil ausgebaut. Die Anteilsquote bei den neu zugelassenen Personenwagen stieg auf 6,2 Prozent nach 5,6 Prozent im Vorjahr, berichtete der europäische Automobilherstellerverband ACEA am Dienstag in Brüssel. Bei Europas größtem Autokonzern VW ging der Marktanteil laut ACEA leicht auf 18,7 (zuvor: 18,8) Prozent zurück. Besondere Einbußen musste der Konzern bei der Stammmarke Volkswagen hinnehmen.

Zu den Verlierern des europäischen Autojahres 2000 gehören die Ford-Gruppe, deren Anteil auf 10,8 (11,7) Prozent fiel, oder General Motors mit der Rüsselsheimer Tochter Opel - hier sank der Anteil auf 10,8 (11,5) Prozent. Freuen hingegen konnte sich die französische PSA-Gruppe mit den Marken Peugeot und Citroen, deren Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 13,1 Prozent kletterte.

Insgesamt wurden in Westeuropa (EU plus Island, Norwegen und Schweiz) im vergangenen Jahr 14,7 Millionen neue Personenwagen zugelassen, das war ein Minus von 2,2 Prozent. In Deutschland gab es nach vorläufigen Zahlen von ACEA ein Zulassungsminus von elf Prozent auf 3,38 Millionen Fahrzeuge. Spitzenreiter bei den Zulassungen war Irland mit einem Plus von 32,4 Prozent.

Chrysler bleibt Sogenkind

In den USA sieht die Situation für Daimler dagegen schlecht aus. Jürgen Schrempp hat auf einem Kongress in Detroit die globale Expansionsstrategie der Daimler-Chrysler AG, Stuttgart, verteidigt und zugesagt, dass mit den "großen Ressourcen" des Unternehmens versucht werden soll, den unprofitablen US-Autohersteller Chrysler wieder profitabel zu machen. "Ich werde nicht eher ruhen bis dieses Unternehmen - diese amerikanische Ikone - wieder dort ist wo sie hingehört: an der Spitze der Industrie", sagte der Vorstandsvorsitzende in einer Rede am Montagabend auf dem Automotive News World Congress.

Mit diesem Versprechen hat Schrempp die Vorschläge aufgebrachter Aktionäre zurückgewiesen, die zur Eindämmung der Verluste bei Chrysler einen Verkauf oder Teilverkauf des Unternehmens gefordert hatten. "Wir haben ausreichend Zeit und ausreichend Geld, um den Turnaround bei Chrysler zu schaffen", sagte Schrempp weiter und widerlegte damit Spekulationen, dass er unter Druck des größten Aktionärs Deutsche Bank AG, Frankfurt, stehe, den Turnaround in sechs Monaten zu schaffen. Daimler-Chrysler plane, in den kommenden drei Jahren 43 Mrd $ in neue Produktideen zu investieren.

Schrempp fügte hinzu, dass der Restrukturierungsplan für Chrysler, den Dieter Zetsche im kommenden Monat vorlegen werde, einen klaren Zeitplan enthalten werde.

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