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04.03.2004

08:00 Uhr

Formel 1

Der Nachwuchs kauft sich Arbeitsplätze

VonKarin Sturm (Handelsblatt)

Eines kann Christian Klien schon nicht mehr hören: Er hätte sich seinen Platz in der Formel 1, deren neue Saison am Sonntag in Melbourne beginnt, nicht mit Leistung verdient, sondern es wäre einfach nur genug Geld geflossen, damit der 21-Jährige neuer Pilot bei Jaguar wird.

Die Fahrer des Jaguar Racing Teams beim Jaguar Car Launch 2004, Foto: Puma

Die Fahrer des Jaguar Racing Teams beim Jaguar Car Launch 2004, Foto: Puma

HB MELBOURNE. "Ich habe doch eine gute Formel-3-Saison hinter mir", sagt Klien. In der Euroserie wurde er auf Anhieb Zweiter und gewann drei Rennen. "Wenn das nicht gewesen wäre, dann wäre die Formel 1 kein Thema. Und danach habe ich auch noch einen sehr guten Formel-1-Test gemacht. Dann haben wir es mit der Unterstützung durch Red Bull gemeinsam geschafft."

Wie viele Millionen Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz wirklich investiert hat, damit Klien mitfahren darf, ist nicht bekannt. Jedenfalls fördert er Klien schon seit acht Jahren. Daher wird heftig spekuliert. Zunächst wurde von zehn bis zwölf Millionen Euro gesprochen. Jetzt stehen fünf Millionen als Summe im Raum. Ob dies der Wahrheit näher kommt, will Klien aber nicht verraten: "Über Zahlen redet man nicht."

Die Unterlegenen im Kampf ums Jaguar-Cockpit waren eher zu Aussagen bereit: Kliens österreichischer Landsmann Alexander Wurz, der mit Jaguar angeblich schon ein Handschlagabkommen hatte, Nick Heidfeld, dem Jaguar sogar selbst ein Angebot gemacht hatte und auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve mussten dem Jungspund aus Vorarlberg schließlich weichen und posaunten so manche Zahl heraus. Sie haben sich schließlich gefragt, warum jetzt schon ein Werksteam wie Jaguar mit dem Ford-Konzern im Rücken seine Plätze verhökert wie es bisher nur bei Privatteams wie Minardi oder Jordan üblich war.

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