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30.03.2003

16:55 Uhr

Forscherin: Trend hält an

Deutsche werden immer älter

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt nach jüngsten Erhebungen immer weiter an. Frauen, die im Jahr 2030 ins Rentenalter kommen, erlebten im Durchschnitt ihren 90. Geburtstag, Männer würden fast 86 Jahre alt, prognostizierte Jutta Gampe vom Max- Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock in einem dpa- Gespräch.

HB/dpa ROSTOCK. Die Lebenserwartung steige seit etwa 160 Jahren nahezu unverändert pro Jahr um drei Monate. "Es gibt keine statistischen Daten, die zeigten, dass sich das ändert", sagte Gampe.

Diese Steigerungsrate gelte jeweils für das Land der Welt mit den ältesten Menschen, derzeit sei dies Japan. "Westdeutschland liegt seit 30 Jahren regelmäßig etwa drei Jahre hinter dem Spitzenreiter zurück", sagte Gampe. Im Osten, wo der Rückstand vor der Wende größer war, sei ein deutlicher Aufholprozess im Gange. Dieses Polster könne mit schon heute bekannten Faktoren wie vernünftigerer Ernährung oder mehr Bewegung aufgeholt werden. "Für die Zukunft ist auf Grund des zu erwartenden medizinischen Fortschritts, besserer Altenpflege und gesünderer Lebensweise mit einem weiterhin geradlinigen Anstieg der Lebenserwartung zu rechnen", erklärte Gampe.

In der Vergangenheit seien immer wieder andere Faktoren für die längere Lebenszeit verantwortlich gewesen, etwa die sinkende Kindersterblichkeit und die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie die Entdeckung von Antibiotika Mitte des 20. Jahrhunderts. "Aber seit etwa 1970 liegt es vor allem an der niedrigeren Sterblichkeit alter Menschen", so Gampe. Dies werde sich wohl dank der Bekämpfung von Krankheiten, an denen heute noch vor allem alte Menschen leiden, fortsetzen: "Es ist relativ realistisch, dass wir in den nächsten 20 Jahren große Fortschritte bei Krebs und Alzheimer sehen werden."

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