Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.02.2001

18:05 Uhr

Forschungslabor soll mit der Raumstation verbunden werden

Shuttle hat an Raumstation ISS angedockt

Am Freitag konnte die Raumfähre Atlantis ihre teure Fracht zur Raumstation ISS bringen. Das Andockmanöver klappte ohne Zwischenfälle. Im Bauch der US-Raumfähre lag das 1,4 Mrd. $ teure Forschungslabor Destiny, das in den kommenden Tagen mit der Raumstation verbunden werden soll.

ISS-Raumstation

ISS-Raumstation

dpa CAPE CANAVERAL. Die US-Raumfähre Atlantis hat am Freitag mit dem 1,4 Mrd. $ teuren Forschungslabor Destiny an Bord an die internationalen Raumstation ISS angedockt. Um 17.51 Uhr MEZ meldete die NASA das erfolgreiche Andocken. Für die dreiköpfige Langzeitbesatzung an Bord der Station ist es der erste Besuch in diesem Jahr. Das Manöver über dem Südpazifik wurde von der US- Raumfahrtbehörde NASA live übertragen.

Das Forschungslabor Destiny soll in den kommenden Tagen mit der Raumstation verbunden werden und dient dann gleichzeitig als Forschungslabor und als neues Nervenzentrum der Station. Die superschnellen Rechner an Bord ermöglichen der NASA eine deutliche verbesserte Kommunikation sowie mehr Kontrolle über die täglichen Operationen an Bord, die bisher vor allem von der russischen Raumfahrtbehörde gesteuert wurden. Die Computer erlauben es der NASA außerdem erstmals, vier riesige im vergangenen Herbst installierte Gyroskope zu steuern, die die Raumstation auf Kurs halten.

Die Mannschaft feiert 100-tägiges Dienstjubiläum

Das Andockmanöver erfolgte pünktlich zum 100-tägigen Dienstjubiläum der ersten ISS-Langzeitbesatzung. Die fünfköpfige Shuttle-Crew brachte den drei Bewohnern neben dem Labor, das ihnen einen vierten Raum bietet, auch einige persönliche Mitbringsel. So hatten sie Briefe sowie mehrere DVD-Videofilme im Gepäck, darunter den Thriller um die Kuba-Krise "Thirteen Days" mit Kevin Costner.

Am Samstag stand für die Astronauten die schwierige Aufgabe auf dem Programm, das Modul Destiny mit der Station zu verkoppeln. Um alle Verbindungen herzustellen, sind in der kommenden Woche drei Außeneinsätze im Weltraum geplant. Um Platz für das Manöver zu schaffen, räumte am Donnerstag ein russischer Raumtransporter seine Andockstelle.

Raketenstart war am Donnerstag

Atlantis war am Donnerstag (MEZ) mit der Destiny vor der Kulisse der untergehenden Sonne vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US- Bundesstaat Florida gestartet. Nach dreiwöchiger Verzögerung aus technischen Gründen lief alles perfekt.

Die derzeitige Besetzung der ISS, US-Kommandant Bill Shepherd und die russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow, haben als Monteure und Möbelpacker den Außenposten der Menschheit im All für die nächsten Jahre einsatzbereit gemacht. Nach Angaben der russischen Flugleitzentrale liegen alles "voll im Plan". Die Raumstation kostete bislang 60 Mrd. $ und ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 Nationen, darunter auch Deutschland.

Weitere Informationen stehen unter:
www.spaceflight.nasa.Gov/shuttle/
www.dlr.de

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×