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23.01.2003

17:54 Uhr

Fortschritt bei der Züchtung von Organen

Lebendes Gewebe aus dem Drucker

Amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, mit einem modifizierten Tintenstrahldrucker lebende Zellen zu dreidimensionalen Röhren zusammenzusetzen. Dies berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Die Forscher glauben, dass mit dieser Methode in ferner Zukunft sogar ganze Organe hergestellt werden können.

bia DÜSSELDORF. Dabei wird die Farbe in den Druckerpatronen durch ein Gel ersetzt, das lebende Zellen enthält. Beim Druckvorgang wird das Gel Schicht für Schicht übereinander aufgetragen, so dass eine dreidimensionale Struktur entsteht. Das biologisch abbaubare Gel hat dabei eine Stützfunktion für die lebenden Zellen: Es härtet nach dem Drucken bei Temperaturen von über 32 Grad Celsius aus. Sind die Zellen nach einiger Zeit zu Gewebestrukturen verwachsen, wird das Gel entfernt.

Genauso wie es möglich ist, verschiedene Farben zu drucken, könnten in die Druckerpatronen unterschiedliche Zellen platziert werden. Die Forscher hoffen, dass sie eines Tages ein vollständiges Netzwerk aus Arterien, Kapillaren und Venen drucken können. Bis dahin gilt es allerdings, eine Reihe von Problemen zu lösen: So müssten die Organe, um am Leben zu bleiben, innerhalb von wenigen Stunden fertig gestellt sein. Danach müssten sie mit den notwendigen Nährstoffen versorgt werden. Zudem könnten große Strukturen nicht stark genug sein, um nach der Entfernung des Gels zusammenzuhalten. Deshalb experimentieren die Wissenschaftler bereits mit dem Zusatz des Proteins Kollagen.

Trotz aller noch zu bewältigenden Hürden sehen die Forscher ein großes Potenzial in der Methode: "Das Druckverfahren ist viel schneller als der natürliche Wachstumsprozess. Patienten können sich oftmals den Luxus zu warten nicht leisten."

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