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06.08.2000

15:00 Uhr

Fortsetzung am Montag

UMTS-Poker: Eichel hofft auf 20 Mrd. DM

In der ersten Woche der UMTS-Auktion wurden 12 Mrd. DM für die Mobilfunklizenzen geboten. Bundesfinanzminister Hans Eichel rechnet mit Einnahmen von insgesamt 20 Mrd. DM.

rtr/afp BERLIN/MAINZ. Nach der ersten Woche im Versteigerungsverfahren für die deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen hat Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) seine Vorstellungen über die Höhe der erwarteten Einnahmen präzisiert. "Wir haben im Bundeshaushalt 20 Mrd. DM Einnahmen vorgesehen, das ist auch eine seriöse Schätzung", sagte Eichel in einem Gespräch mit der "Bild am Sonntag". Er unterstrich, dass das Geld zum Schuldenabbau eingesetzt werden solle. Dadurch verringerten sich die Zinszahlungen auf die Staatsschulden um jährlich 1,2 Mrd. DM. Das Geld wolle die Regierung in Bildung und Verkehr stecken.

Bislang hatte Eichel die genaue Höhe der erwarteten Einnahmen offen gelassen, Spekulationen über Erlöse von bis zu 120 Mrd. DM aber stets als unrealistisch abgetan. In der ersten Woche hatten die sieben Auktionärsgruppen nach 66. Versteigerungsrunden mehr als zwölf Mrd. DM für die zwölf UMTS-Lizenzen geboten.

"Langsam wird es interessant"

Die UMTS-Versteigerung soll am Montag um acht Uhr morgens fortgesetzt werden. Experten rechneten mit mindestens noch einer weiteren Versteigerungswoche und weiter steigenden Bietersummen. "Langsam aber sicher wird es interessant", kommentierte Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin die Auktion.

Mit verantwortlich für den Sprung in den zweistelligen Milliardenbereich war die mit France Télécom verbündete MobilCom, die auf einen Schlag ihre Offerten für zwei Frequenzblöcke um je knapp 480 Millionen Mark auf fast 1,3 Mrd. DM erhöhte und schließlich knapp 3,56 Mrd. DM für drei Blöcke bot. Die Taktik spektakulärer Schritte hatte das Büdelsdorfer Unternehmen schon die ganze Woche über verfolgt, nachdem es in der ersten Runde für zwei Frequenzblöcke bereits 501 Millionen Mark auf den Tisch gelegt hatte.

Am Freitag gingen auch die anderen Höchstgebote für die insgesamt zwölf Frequenzpakete auf die Milliarden-Mark-Grenze zu; die Telekom-Tochter T-Mobil lag zuletzt mit fast 3 Mrd. DM bei drei Frequenzen vorn. Zuletzt gaben die Firmenvertreter in den auf jeweils 40 Minuten angesetzten Auktionsrunden ihre Gebote zunehmend rascher ab, nachdem sie in den ersten Tagen häufig noch die volle Zeitspanne ausgereizt hatten. WestLB-Analyst Frank Wellendorf rechnete dennoch mit einer Entscheidung erst "in der dritten Woche". Länger werde es aber kaum dauern.

Die Unternehmen benötigen mindestens zwei der Frequenzblöcke, um eine deutsche UMTS-Lizenz zu erhalten. Drei Übertragungsstrecken bieten indes den Vorteil, dass sich ein flächendeckendes Netz für multimediafähigen Mobilfunk in Deutschland leichter verwirklichen lässt. Neben MobilCom bieten in Mainz Mannesmann, VIAG Interkom, die Swisscom-Tochter debitel und die Konsortien e-plus/Hutchison und 3G aus der finnischen Sonera und der spanischen Telefónica.

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