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02.03.2003

16:21 Uhr

Fortsetzung des Sparkurses

Post will Porto stabil halten

Die Deutsche Post AG will vorerst keine weiteren Preiserhöhungen in Deutschland durchsetzen. "Das schließe ich für dieses Jahr aus", sagte Klaus Zumwinkel, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, laut einem vorab veröffentlichten Interview mit dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe).

Reuters FRANKFURT. Auch in den kommenden Jahren würden die Porto-Tarife "wahrscheinlich stabil bleiben", kündigte Zumwinkel an. Vom 1. März dieses Jahres an müssen Postkunden für fast alle Paketsendungen tiefer in die Tasche greifen. Für die Post sollen die Preissteigerungen zu mehr Einnahmen führen.

Zugleich wolle der Logistik-Konzern seinen Sparkurs fortsetzen und weitere Filialen schließen. "In ein, zwei Jahren" werde die Post nur noch die gesetzlich vorgeschriebenen 12 000 Postfilialen und-agenturen unterhalten. Derzeit betreibt die Post noch rund 13 000 Filialen.

Eine weitere Liberalisierung des Postmarktes strebt Zumwinkel für die nächsten Jahre an. "Ich bin für die komplette, europaweit einheitliche Liberalisierung nach 2007", sagte er. Eine frühere Deregulierung der Märkte wie im Telekom-Sektor lehnte er ab. In der Postindustrie seien in Europa weitaus mehr Menschen beschäftigt. "Eine Liberalisierung schon morgen würde zu großen sozialen Verwerfungen führen", warnte der Post-Chef. Die Post macht nach wie vor den Großteil ihres Gewinns im monopolgeschützten Briefgeschäft.

Ein möglicher Irak-Krieg werde "keine großen Auswirkungen" auf den Gewinn des mehrheitlich in Bundesbesitz befindlichen Unternehmens haben, erwartet Zumwinkel. "Nach den Erfahrungen des ersten Golfkrieges wäre die Post eher weniger betroffen." Allein für die Expresstochter DHL, die unter anderem im arabischen Raum aktiv sei, könne es Folgen geben. Auch die derzeit gestörten deutsch-amerikanischen Beziehungen würden das Geschäft nicht negativ beeinflussen. "Wir spüren keine Auswirkungen der politischen Anspannungen", so Zumwinkel.

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