Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.06.2000

15:10 Uhr

Frankreich sucht einen Mittelweg

Paris offenbar gegen Auktion bei UMTS-Lizenzen

Die französischen Interessenten sind gegen eine Bieterschlacht bei der Vergabe der Mobilfunklizenzen der dritten Generation.

dpa PARIS. Die französische Regierung will in dieser Woche die Modalitäten zur Vergabe der vier französischen UMTS-Mobilfunklizenzen bekannt geben. Eine Versteigerung der Lizenzen wie in Großbritannien oder Deutschland wird es voraussichtlich aber nicht geben. Mit Blick auf entsprechende Äußerungen des Industrie-Staatssekretärs Christian Pierret erklärte am Sonntag der Chef des Fernmeldekonzerns France- Télécom, Michel Bon, im französischen Rundfunk: "Er hat recht, wenn er sagt, dass das Auktionssystem nicht das geeignetste ist." Pierret hatte erklärt, er sei "persönlich fast sicher", dass sich die rot- grüne Regierung in Paris gegen dieses System entscheiden würde.

An einer Lizenz für die dritte Handy-Generation, die einen schnellen Zugang zum Internet ermöglicht, ist auch die britische Vodafone AirTouch sowie die Deutsche Telekom interessiert. Deren Chef Ron Sommer hatte sich vor wenigen Tagen noch ausdrücklich für ein Bieterverfahren wie in Großbritannien ausgesprochen. Die französischen Interessenten dagegen hatten sich stets gegen die gefürchtete kostenintensive Bieterschlacht einer Versteigerung ausgesprochen.

Nach Hinweisen aus Regierungskreisen will sich Paris für einen Mittelweg zwischen schriftlichen Bewerbungen der Interessenten und einem Auswahlverfahren über Versteigerung entscheiden. Ursprünglich hatte Frankreich geplant, ein einfaches Wettbewerbsverfahren über die Einreichung schriftlicher Unterlagen durchzuführen. Die außerordentlich hohen Einnahmen bei den britischen UMTS-Auktionen (38,5 Mrd. Euro) hätten das Wirtschaftsministerium aber veranlasst, über den Vergabemodus erneut nachzudenken. Paris erwartet nach Angaben der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" für die Lizenzen je nach Vergabe-Methode Einnahmen von 150 bis 200 Mrd. Franc (45 bis 60 Mrd. DM). Sie sollen den Rentenkassen zugute kommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×