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14.06.2000

17:59 Uhr

pw DÜSSELDORF. Die Inflation im Euro-Raum wird im Mai wieder anziehen und wahrscheinlich 2 % überschreiten. Das ergibt sich aus den ersten Angaben über die Entwicklung der Verbraucherpreise in wichtigen Mitgliedstaaten der Währungsunion. Im April war die Inflationsrate im Euro-Raum bei kurzfristig beruhigten Ölpreisen auf 1,9 % gesunken. Im März hatte sie bei 2,1 % gelegen.

In Frankreich sind die Lebenshaltungskosten der privaten Haushalte im Mai um 1,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im April hatte die Teuerung nur 1,4 % betragen, gemessen am europäisch harmonisierten Verbraucherpreisindex. Nach Angaben des statistischen Amtes Insee waren für den erneuten Anstieg die wieder anziehenden Rohölpreise entscheidend. Insee rechnet aus dem selben Grund damit, dass schon im Mai und in den kommenden Monaten die Inflationsrate auch im Euro- Land wieder 2 % übersteigen wird.

Der Anstieg in Frankreich verläuft parallel mit einem Plus der Inflationsraten in Spanien, den Niederlanden, Belgien und Irland. Die spanische harmonisierte Inflationsrate stieg von April auf Mai von 3 auf 3,2 %, in den Niederlanden gar von 1,7 auf 2,1 %. In Irland waren der Verbraucherpreisindex im Mai um 5,1 % geklettert, nach 5 % im April und März.

Die fünf Länder erwirtschaften zusammen rund 42 % des Bruttoinlandsprodukts der Euro-Zone; ihre Teuerungsraten gehen ungefähr mit diesem Gewicht in den Inflationsindex für die Euro-Zone ein.

Demgegenüber ist in Deutschland die Jahresteuerung nach dem harmonisierten EU-Konzept im Mai leicht auf 1,5 % zurückgegangen, nach 1,6 % im April. Deutschland trägt zum Euro-Bruttoinlandsprodukt gut ein Drittel bei. Auch hier zu Lande kam der Hauptteuerungsimpuls im Mai von den steigenden Mineralölpreise. Dämpfend wirkten dagegen deutlich niedrige Preise im Bereich der Nachrichtenübermittlung und auf den Strommärkten.

Nach Meinung von Dieter Wermuth von der Tokai Bank hat der stärkere Wettbewerb auf den deregulierten Elektrizitäts- und Telekommunikationsmärkten die negativen Inflationsimpulse der Euro-Abwertung und der höheren Ölpreise überkompensiert. Wermuth wertete die Inflationsaussichten für die Euro-Zone deshalb als "exzellent".

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